
So lange, wie die Überschrift suggeriert, ist Škoda bereits im Motorsport aktiv, da kommt natürlich eine Menge flinker Anekdoten zusammen. Wir zoomen einfach auf die 60er-Jahre, als der Škoda 1000 MB frisch und jung war, und dieser Satz ist ehrlich gemeint.
Bei seinem Erscheinen 1964 nämlich war der 1000 MB (MB stand für seine neu errichtete Fabrik in Mladá Boleslav) mit seinem Heckmotor, mit Motor- und Getriebegehäuse aus Aluminium, mit Einzelradaufhängung rundum, mit verschraubten Karosserieteilen und mit seinen vier Türen absolut zeitgemäß, in Details sogar fortschrittlich. So fortschrittlich, dass er auch in Ländern mit freier Marktwirtschaft verkauft werden konnte, und zwar in ordentlichen Stückzahlen.
Um sparsam im Verbrauch zu bleiben, war der 1000 MB mit seinen 765 bis 820 kg leicht für ein 4,17-Meter-Auto, und das war damals die (untere) Mittelklasse. Es reichte ihm somit ein Vierzylinder von 1,0 bis 1,1 l Hubraum, und der ließ sich auch tunen, beziehungsweise: frisieren, wie man damals sagte.
So kam der 1000 MB ...
... zum Motorsport, seine Erfolge im Rallyesport setzten ab 1966 ein, als ein neues Reglement nicht nur Änderungen an Radaufhängungen, Lenkung und Getriebe erlaubten, sondern es durfte auch am Hubraum gezwirbelt werden. Da ließ sich also im Rallyesport einiges ausprobieren, was für die Serie angedacht war. Škoda beließ vorerst den Hubraum bei 998 ccm, statt der serienmäßigen 35 bis 45 PS wuchtete der Motor dank schärferer Nockenwelle, größerer Einlassventile, einem neuen Ansaugkrümmer und zweier Vergaser 75 PS an die Hinterräder.
Und das war erst der Anfang.
Die aus Škodas Formel 3 Rennwagen gezupften Versionen leisteten bis zu 90 PS, da waren auch Ölkühler und bisweilen der Wasserkühlen an den Bug verpflanzt. Beim Sechs-Stunden-Rennen in Brünn gelang es 1967 Vladimír Krcek und Milan Zid, mit ihrem 85 PS potenten 1000 MB zwei deutlich stärkere Tatra 603 mit ihren V8-Heckmotoren zu schlagen.
Die größten Erfolge aber erzielte der 1000 MB 1968, dann mit 1143 beziehungsweise 1150 ccm großen Motoren mit bis zu 97 PS.
Danach begab es sich, dass ...
... der Heckmotor aus Mangel an Ambition und Ressourcen und in der Tschechoslowakei erlaubter Konkurrenz ein ungebührlich langes Leben führen musste. Bis 1987 nämlich, und die mehrmals erneuerten Karosserien konnten nicht verbergen, dass das technische Konzept drunter längst aus einer anderen Welt kam, einer vergangenen nämlich.
1987 kam der Škoda Favorit mit Frontmotor und -antrieb.
Derzeit aber (Vorsicht, Überleitung mit dem Holzhammer!) gibt's auch wieder Škodas mit Heckmotoren und -antrieb, und zwar elektrische. Es fällt halt deutlich weniger auf als früher, weil sich Elektromotoren zierlich unter den Kofferraumböden ducken, und meist gibt's auch eine Allradversion mit einem weiteren E-Motor vorne.
Jüngster Škoda mit Heckmotor: Den Peaq, hier noch getarnt zu sehen, durften wir schon fahren, und seine Technik ist auch schon bekannt. Wie er ohne Tarnfolierung aussieht, wird die nächste Autorevue zeigen.

