
Bei Alfa Romeo denkt man eher an Sportliches und Schnelles in schöner Eleganz, aber man denkt nicht unbedingt an Kleintransporter (gab's mit dem Autotutto und dem F11/A11 beziehungsweise F12/A12, alle auch mit DOHC-Motor), und man denkt auch nicht unbedingt sofort an Allradantrieb. Den aber gab's bei Alfa schon vor 75 Jahren, und zwar in einem Geländewagen, an den man beim Vernehmen des Firmennamens auch nicht denkt.
Der Alfa Romeo Matta hieß offiziell 1900 M, die militärische Version hieß AR51, die zivile AR52. AR war keineswegs die Abkürzung für Alfa Romeo, sondern für Autovetture da Ricognizione, also Spähwagen. Obwohl fürs Spähen sportliches nicht so wichtig war, wurde der 1900 M vom Motor des Alfa 1900 mit seinen zwei obenliegenden Nockenwellen angetrieben. Allerdings gedrosselt auf 65 PS.
Bei seiner Präsentation ...
... warf Alfa den 1900 M nicht in Gatsch und Geröll, sondern Alfas Entwicklungsingenieur Giuiseppe Busso befuhr damit die Stufen der Basilika in Assisi. Insgesamt muss Alfas Geländewagen, übrigens im Auftrag des Militärs entstanden, ziemlich Irres im Gelände aufzuführen imstande gewesen sein, sonst hätte ihm der Volksmund nicht den Namen Matta (der Irre) verpasst. Er sollte sich als Modellbezeichnung etablieren, während sich der Matta selbst nur von 1951 bis 1954 etablieren konnte – dann schwenkte das italienische Militär zum simpleren Fiat Campagnola. Der wurde bis 1987 gebaut.
Alfa Romeo pausierte dann ...
... ein wenig mit Allradfahrzeugen, und beim 33 4x4 ging's 1984 weniger ums Geländekraxeln als vielmehr um sportliche Fahrleistungen. Das sollte so bleiben, 1991 schwenkte Alfa von der elektromagnetischen Kupplung für den Kraftschluss zu einer modernen Viscokupplung, ab 1992 etablierte sich das Kürzel Q4 für die Allradversionen. Der Stelvio ist heute bei uns nur als Allradler zu haben, auch vom Tonale gibt's eine Allradversion. Ebenso vom Junior, dort aber treibt ein Elektromotor die Hinterachse, und wer mag, darf von einer neuen Zeit sprechen.
Um ein Überdrüber-Auto, das (Vorsicht, Überleitung mit dem Holzhammer!) am Weg vom Showcar zur Serienversion seinen Allradantrieb verloren hat, geht's hier.
1987 gebaut.

