Zum erfolgreichsten Modell der Firmengeschichte zu reifen, das geschieht keineswegs grundlos. Es war aber auch die Zeit eine andere.
Von Opel gibt's ja nicht überaus oft uneingeschränkte Jubelmeldungen, auch wenn die Autos selbst bestens sind: Vom einstigen Glanz (viele Jahre sehr weit vorne in der Zulassungsstatistik, nur der VW-Käfer war nicht zu schlagen – man erkennt, das ist schon ein paar Jahrzehnte her) ist nur mehr ein Stückerl übrig, und neue Modelle sind kein Banktipp bei den Verkaufszahlen, sondern sie müssen sich in der modernen Aufmerksamkeitsökonomie erst behaupten. Der Vizor, 2020 beim Mokka erstmals vorgestellt, war ein hervorragender Schritt zum Charaktergesicht, folglich findet es sich auf allen seither präsentierten Opels.
Sucht man den erfolgreichsten Opel ever, ...
... dann wird man nicht beim Rekord der 60er und 70er Jahre fündig oder beim Kadett B oder C, sondern beim Nachfolger des Kadett, dem ersten Astra. Dass er Astra F hieß, rührt daher, dass Opel zum neuen Namen des Kompakten nicht auch mit den Buchstaben neu beginnen wollte. Also kam nach dem Kadett E einfach der Astra F, und das ist exakt 35 Jahre her: 1991 präsentierte Opel die neue Kompakt-Generation, und statt einer Revolution markierte sie eine wohl überlegte Evolutionsstufe. Seitenaufprallschutz in den Türen, Gurtstraffer, gute Aerodynamik (der GSi kam auf cw = 0,30), bis zu 50 mm mehr Knie- und Kopfraum bei gleicher Außenlänge, Fünftürer, dreitüriger GSi und der Caravan mit Benzin- und Dieselmotoren erfreuten vom Fleck weg. 1992 kam die Stufenhecklimousine ins Programm, 1993 folgte das bei Bertone gebaute Cabrio, damit war in der Zeit vor dem SUV die Modellpalette überaus komplett.
Der neue Name ...
war gar nicht so neu, sondern die in Großbritannien schon länger verwendete Bezeichnung für den Kadett. Und der Neue wurde stets weiterentwickelt: 1994 waren Fahrer- und Beifahrerairbags in Serie dabei, auch der stärkere GSi-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen, zwei Litern Hubraum und 150 PS war eine Ansage bei einem kompakten, leichten Auto, dazu kam beim sportlichsten Astra noch die elektronische Traktionskontrolle.
So wurden, um jetzt endlich die Zahl zu nennen, bis 1997 rund 4,1 Millionen Opel Astra F erzeugt und freilich auch verkauft.

