Alfa Romeo und die Jubiläen

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Vor dem Jubeln stellt sich bei Alfa freilich gerne die Frage, ob's überhaupt Grund zum Jubeln gibt: Von echter Sichtbarkeit im Straßenbild ist die Marke weit entfernt, die Modellpalette ist eher dürr, und nicht alle Fans der alten Schule spenden Alfa die Absolution für Stellantis-Großserientechnik unter der Karosserie.

Immerhin: Das Design kriegt Alfa Romeo noch immer wunderbar hin, und die Ambition, in erster Linie eine Fahrmaschine zu sein und keinesfalls ein Laptop auf Rädern, diese Ambition kann gar nicht zu laut bejubelt werden. Womit populärwissenschaftlich schlüssig dargelegt wäre: Feiern ist auch hier angesagt!

Zum Beispiel, weil vor 50 Jahren ...

... Alfa Romeos Werksmuseum in Mailand eröffnet wurde, auch das ein architektonisches Meisterstück: Die hinreißende Chuzpe, einen überdimensionalen Außenspiegel als Panoramafenster zu integrieren, kann gar nicht zu sehr gewürdigt sein, und drinnen gibt's sowieso alles zu sehen, wovor Alfa-Fans gerne niederknien. All das ist längst nicht mehr selbstverständlich in Zeiten, in denen manche Marke nicht nur kein Museum pflegt, sondern sogar die werkseigene Klassiker-Sammlung verramscht im allumfassenden Wortsinn: Oft sind die Autos irgendwie eingelagert, und niemand darf sie sehen. Oft werden sie auch verkauft, um die Bilanzen ein wenig aufzupolieren. Man darf das als trauriges Klammern an den letzten Strohhalm sehen, bei Alfa aber droht keine Gefahr: 70 Fahrzeuge sind permanent ausgestellt, seit 2020 ist auch das Depot zugänglich, das Museum selbst steht seit 2011 unter Denkmalschutz. Seinen 50er feiert das Museum beispielsweise ab 10. Mai mit der Sonderschau Cuore Sportivo, die sich allumfassend der Geschichte Alfa Romeos widmen wird, bis hin zu den Bereichen Luftfahrt, Schifffahrt und Industrie. Soll niemand glauben, Alfa wäre nie über den Automobilbereich hinausgekommen.

Und weil der Spider 60 wird, ...

... bekommt der gleich vier Sonderausstellungen, nämlich jede Modellgeneration eine eigene, und zwar hintereinander. Freilich macht der Duetto den Anfang (April bis Juni), die vierte Generation des Ur-Entwurfs darf dann bis Dezember bleiben.

Wer sich für einen einzigen Besuchstag entscheiden muss und das menschliche Gewurl nicht scheut, wird am 21. Juni nach Arese reisen und den Alfa Romeo Day gewiss nicht einsam zelebrieren. Er wird jährlich gefeiert, am Wochenende, das Alfas offiziellem Gründungstag (24. Juni) am nächsten kommt.

Am 8. November werden wohl etliche Fans wieder nach Arese reisen, dann dann ist Alfas Dokumentationszentrum (6000 Meter Archiv!) geöffnet.

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