
Wenn Ferrari ein sportliches Auto vorstellt, das sich nicht ganz geschmeidig an die allgemeinen Vorstellungen von Ästhetik anschmeichelt, dann schlägt das Stimmungsbarometer ziemlich brutal aus. Kia ist da irgendwie im Leo der nicht ganz so emotional vermessenen Marken.
Mut kann man Kia aktuell keineswegs absprechen: Dass die Designlinie Opposites United genannt wird, hat schon seine Richtigkeit, und wenn Design nicht zumindest ein bisserl kratzig ist, dann wird es flink fad und belanglos. Sagen Designer, zum Beispiel Harm Lagaay, ehemals bei Porsche auch an der Formfindung von 924 und 928 beteiligt.
Der Kia Vision Meta Turismo, ...
... bei der Mailänder Designwoche erstmals präsentiert, hat auch ein paar Widerhaken im Design, gleichzeitig wirkt die Studie eines Grand Tourers für die digitale Welt wie ein Sendbote einer noch eher fernen Zukunft. Jedenfalls bleibt zum kantig-robusten Design aktueller SUV von Kia ein eleganter Abstand, die Fahrgastzelle ist deutlich größer als die Motorhaube, ein logisches Statement im Elektro-Zeitalter, und dass sich jemand noch über eine Sportlimousine drübertraut, darf auch als erfreulich gelten. Kia spricht vom skulpturalen Äußeren, dagegen gibt's nix zu sagen. Kia spricht auch von einer sanft-geometrischen Formensprache, also von der Kombination eleganter Linien mit scharfen Kanten, und natürlich werden Flugzeuge als Inspirationsquelle genannt.
Die Flugzeug-Inspiration ...
... gilt natürlich auch fürs Interieur. Ein klassisches Lenkrad gibt's jedenfalls nicht, Schalensitze und Steuerelemente in Gestalt des Joysticks und des Steuerhorns schon, das Glasdach erinnert an eine viersitzige Flugzeugkanzel, und dass alles intuitiv erfass- und bedienbar sein soll, versteht sich von selbst. Der Fahrerplatz und sein Drumherum heben sich jedenfalls deutlich vom restlichen Interieur ab, nicht nur farblich: Links vorne ist alles auf Konzentration zugespitzt, die restlichen Plätze dienen der Entspannung.
Der Kia Vision Meta Turismo wurde jetzt jedenfalls mit dem „Red Dot Award: Design Concept" ausgezeichnet. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass auch E-Autos Emotionen auslösen können. Daran aber hat seit der Präsentation des Ferrari Luce ohnedies niemand mehr gezweifelt.
Und wie sich Kias Schwestermarke Hyundai heute eine sportliche Reiselimousine vorstellt, das sieht man hier.

