Allez les Bleus!

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Mehr als 35.000 Alpine A110 wurden in Dieppe gebaut, meistens charakteristisch blau lackiert, zunächst ab 1961 in kleineren Werkstätten von Alpine, ab 1969 im großen Werk. Dort lief vor zwei Wochen auch die letzte A110 vom Band. Das ist einmal grundsätzlich kein Grund zum Feiern – dazu gleich.

Von den 35.000 A110 stammten 28.701 Stück aus der zweiten – und verbrennungstechnisch letzten – Modellgeneration, die seit 2017 gebaut wurde. Die stilistische Brücke von Generation eins zu Generation zwei, zwischen denen beinhart 40 Jahre liegen, ist fulminant gewesen: Ein supermodernes Auto, das supermodern aussieht, sieht gleich aus wie ein altes Auto, das alt aussieht. Sowas muss man einmal hinkriegen, und in der Tat ist die diesbezügliche Genialität von Alpine auch ohne Beispiel in der hingegen an Peinlichkeiten reichen Automobilgeschichte.

Dass es also mehr als 28.000 moderne A110 auf der Welt gibt, ist eine gute Nachricht. Das ist kein Auto, das man nach ein paar Jahrzehnten gleich wieder weghaut, es wird also noch sehr lange welche geben, hoffentlich auch auf dem Markt zirkulierend.

Und sie werden nicht allein sein

Denn der Nachfolger der A110 wurde jetzt (genaugenommen vor fünf Tagen) präsentiert: Auf dem Festival of Speed in Goodwood, dem Woodstock für Leute, die keine Musik mögen, absolvierte die Alpine A110 Future den legendären Hillclimb, eine kleine Rennstrecke auf dem Gelände des Duke of Richmond, der auch am Beifahrersitz saß. Die Future ist ein Elektroauto, logisch. Die Tage der Verbrenner-A110 sind gezählt, und wer sich die Mühe macht, von 1961 bis Ende Juni 2026 die Tage zu zählen, kann der Floskel Realexistenz einhauchen.

Versteht sich, dass die A110 Future das Maximum aus einem elektrischen Sportwagen herausholt, wir müssen hier nicht auf die Details eingehen. Alles vom Besten.

Stattdessen erinnern wir uns an einen Sommertag vor einem Jahr (oder vielleicht doch vor zwei), als wir – schon sicher, dass wir mit den Verbrennern abschließen können, denn die Elektros sind auch richtige Autos mit Fahrwerk und alles, und auch super – als wir also mit einer Alpine durchs Weinviertel bretterten, und hinter uns randalierte der Vierzylinder, und auf einmal hatten wir überhaupt keine Freude mehr mit welchem Elektroauto auch immer. Das blieb zwei Wochen so, dann verging es wieder.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten für den weiteren Verlauf der Weltgeschichte: Die Sportwagenhersteller können alle zusperren, oder sie hoffen darauf, dass sich der Mensch eh an alles gewöhnt, und sperren doch nicht zu. Das wird noch spannend.

Im Übrigen wär's an der Zeit, dass wieder einmal England Weltmeister wird.

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