
Die vorige Generation des T-Roc stand sowohl für Modernisierung als auch für eine Ära von ungewohnt mittelmäßiger Materialqualität bei VW. Und die neue?
Vom Hoffnungsträger zum Bestseller: Die Erfolgsgeschichte des VW T-Roc
Mit der Vermutung, dass die kleineren SUV einer breiten Käuferschicht ein attraktives Gesamtpaket bieten würden, machte sich auch VW an die Umsetzung so eines Autos. Und recht haben sie gehabt. Das war so circa Mitte der 2010er-Jahre, und dann kam Dieselgate, darauffolgend umfassende Sparmaßnahmen. Das Serienmodell des ersten T-Roc kam 2017 und bei den Kunden gleich gut an, die Baureihe entwickelte sich über die Jahre zum Bestseller.
Die Materialqualität war aber für VW ungewohnt plastiklastig. Das Facelift-Modell korrigierte diese Situation weitgehend und jetzt ist die komplett neue, zweite Generation da, und die ist schon eine ganze andere Geschichte, wobei die Basics im Grunde gleich geblieben sind, das Auto ist insgesamt nur einfach deutlich erwachsener geworden.


Flottes Design und viel Platz: Das ideale Alltagsauto
Wenn eine x-beliebige Person die Eigenschaften eines Alltagsautos definieren müsste, dann würden die Chancen nicht schlecht stehen, dass am Ende dieser T-Roc dabei herauskommen würde. Auch optisch, weil er wirkt schon sehr dynamisch gezeichnet, das muss heutzutage so sein, aber ohne dabei durch eine abfallende Dachlinie allzu sehr auf einen gut nutzbaren Kofferraum verzichten zu müssen – mit 475 Litern liegt er übrigens fast 100 Liter über dem aktuellen Golf und gleichauf mit dem ersten Tiguan, das veranschaulicht die größentechnische Entwicklung.


Neue Bedienlogik im Cockpit: VW hört auf die Kritik
Man kennt ihn schon aus dem aktuellen Tiguan-/Tayron-Duo beziehungsweise Passat: Die Rede ist vom Dreh- und Drückregler. Was hat unsere Zunft geschimpft, als VW rund um die Einführung der elektrischen ID-Modelle die Bedienung auf umständliche Softtouch-Flächen und Sprachsteuerung umgestellt hat, mit dem praktischen Dings da in der Mitte kann jetzt wieder die Lautstärke intuitiv verstellt und können auch die Fahrmodi verändert werden.
Beim Getriebewahlhebel ist man hingegen bei der Lösung hinter dem Lenkrad geblieben, was durchaus Sinn ergibt, da so viel Platz in der Mittelkonsole bleibt, unter anderem für besagten Drehregler, aber auch eine große induktive Ladefläche ist da positioniert. Auch bei den Lenkradtasten hat man zurückgerudert und das ist gut so, es handelt sich nun wieder um: Lenkradtasten.
Das Wischdrück-Bedienelement südlich des Multimedia-Schirms für Klima und Lautstärke ist hingegen geblieben, das ist im Gesamtkontext in Ordnung. Dieser VW ist eben kein Experiment, sondern eine Bündelung der Summe aller Interessen der Kundschaft in einem Alltagsauto.


475 bis 1350 Liter Kofferraumvolumen – da kann man eigentlich nix sagen!
© Andreas RiedmannAntrieb, Ausstattung und Preis des neuen VW T-Roc
Auch der Antrieb folgt diesem Motto: Automatik, eh klar, und mit 150 PS stark genug für jede Fahrsituation, auch wenn einmal doch am Horizont während des Überholvorgangs ein Gegenverkehr auftaucht und dann Leistung gefragt ist. Das Mild-Hybrid-System sorgt für eine gewisse Spritzigkeit, die für die Vorderräder auf rutschiger Fahrbahn schon herausfordernd wird, manchmal wird’s mit der Traktion eng. Der 150-PS-Benziner ist übrigens bei der sportlichen R-Line, so wie hier getestet, obligat. Die Alternative mit 115 PS (auch ein Mild-Hybridler) gibt es nur bei den anderen Varianten.
Die Kombination aus Antrieb und Ausstattung treibt den Preis, der T-Roc wäre auch schon für knappe 30.000 Euro zu haben, und wenn man den stärkeren Motor will, dann kommt der Life über 5.000 Euro günstiger als die teuerste Variante – da sind dann auch schon diverse Assistenzsysteme, Rückfahrkamera und induktives Handyladen dabei. Das ist ganz solide, wie das Auto an sich – man hat das Gefühl, VW hat gelernt und genau dort angesetzt, wo es zuvor Kritik gab, ganz allgemein an den Autos, die VW in den letzten Jahren auf den Markt brachte. Jetzt muss VW nur mehr hoffen, dass der neue T-Roc beim treuen Kunden (oder Kundin) auch in die Garage passt – er hat im Vergleich zum Vorgänger um 12,7 Zentimeter in der Länge zugelegt.


Bei diesem Hintergrund kommt die Farbe, Canary Yellow, ganz besonders fetzig rüber, aber die kann auch ohne Schneesetting was. Mit der R-Line, den Matrix-LED-Scheinwerfern und beleuchtetem Logo wirkt der T-Roc jedenfalls Premium.
© Andreas RiedmannZusammenfassung
Was wir mögen
Ergonomie, Fahrkomfort, Bedienung, Platz – alles das, was bei einem VW zählt.
Was uns fehlt
Für den Redaktionsbetrieb in Wien weniger relevant, aber man könnte sich vorstellen, dass jemand Allrad vermissen könnte.
Was uns überrascht
Dass so eine große Firma wie VW es geschafft hat, das Ruder herumzureißen und wieder Autos näher am Kunden zu bauen.
Die Konkurrenz
Škoda Karoq zum Beispiel.
Daten & Ausstattung
Preis | € 42.990,–. NoVA 7 %, Steuer jährlich € 708,48 |
Motor, Antrieb | R4-Mild-Hybrid-Benziner, 1498 ccm, 7-Gang-DKG, Vorderradantrieb. |
Leistung/Drehmoment | 110 kW (150 PS), 250 Nm. |
Fahrleistungen | Spitze 212 km/h, 0–100 km/h 8,9 sec. |
Verbrauch | 5,6 l/100 km, CO2 128 g/km. Im Test 7,1 l/100 km. |
Dimensionen | L/B/H 4373/1828/ 1573 mm, Radstand 2629 mm, Gewicht 1474 kg, Anhängelast 730/ 1500 kg. Kofferraum 475–1350 l, Tank 50 l. |
Ausstattung | 3-Zonen-Klima, adapt. Tempomat, Apple CarPlay und An-droid Auto, Sitzh. v., Rückfahrk. etc. |
Extras | Leder inkl. E-Vordersitze € 2.642,–, Harman/Kardon € 692,–, Panoramaglasdach € 1.355,–, Technikpaket (Head-up, Ass.-Sys., 360-Grad-Kamera etc.) € 974,– etc. |
Dieser Test ist in autorevue 3/2026 erschienen.

