Test Mitsubishi Grandis 1,8 l Hybrid

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Die Reihenhaus-Siedlung empfiehlt: Mitsubishis Beitrag zum Auto für alle: SUV, 4,40 Meter lang, Design ohne Ausrutscher oder Auszucker, dazu ein unauffälliger Hybridantrieb. Macht insgesamt ein auffällig gutes Auto.

Überblick

Mitsubishi Grandis 1,8 l Hybrid
€40.590,–
Preis
116 kW (158 PS)
Systemleistung
4-Zyl.-DI-Benziner & ein Elektromotor
Antrieb
€ 2.500,–
Preisdifferenz zum 1,3 l Mild-Hybrid
Renault Symbioz
Zwillingsbruder

Design und Herkunft: Der Grandis trägt das markante Dynamic-Shield-Frontdesign und eine eigenständige Heckleuchten-Grafik, wodurch er trotz technischer Verwandtschaft zum Renault Symbioz einen eigenen Markenauftritt behält.
Zwei Hybridantriebe, klare Unterschiede: Der 1,8-l-Vollhybrid (158 PS) ist stärker und sparsamer als der 1,3-l-Mild-Hybrid, kostet aber 2.500 Euro mehr und darf mit 1000 kg weniger Anhängelast ziehen (1500 kg beim Mild-Hybrid).
Alltagstauglichkeit im Detail: Eine längs verschiebbare Rücksitzbank sorgt für flexible Kniefreiheit, während die Topausstattung Diamond (10.100 Euro Aufpreis) umfangreiche Komfort- und Assistenzfeatures bietet.

Rückkehr mit Konzept: Mitsubishi Grandis im Zeichen von Design und Verwandtschaft

Bei Mitsubishis Bestrebungen, im Straßenbild wieder auf eigenen Füßen Tritt zu fassen (und davor bei den Verkaufszahlen), ist der Grandis ein wichtiger Schritt: gut bemessen aus allen Blickwinkeln, die mit Vernunft und Alltag und Familientauglichkeit zu tun haben; technisch in der Mitte der Gauß'schen Verteilungskurve, also dort, wo unauffällig gutes Vorankommen ausgespielt wird; ansehnlich durchkomponiert im Design, auf dass niemand zu schnell wegschaut.

Es wird aber auch niemand so lange hinschauen, bis die Verwandtschaft zum Renault Symbioz groß auffällt – muss sie auch nicht, der Grandis vermag durchaus seine eigene Geschichte zu erzählen. Es hilft in dieser Diskussion obendrein, dass sich auch der Renault Symbioz noch nicht ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Damit darf die Verwandtschaftsdiskussion auch schon wieder beiseitegelegt werden, auf den Stapel des versöhnlich Abgehakten.

Mit seinem Dynamic-Shield-Frontdesign (samt LED-Reißzähnen daneben) und mit der eigenen Heckleuchten-Grafik (dafür ist zu Recht kein Name bekannt) ist der Grandis jedenfalls gut als Mitsubishi und auch als C-Klasse-SUV für alle erkennbar.

Antriebsvarianten im Vergleich: 1,8-Liter-Vollhybrid gegen 1,3-Liter-Mild-Hybrid

Einsteigen, losfahren, diesfalls mit dem 1,8-l-Vollhybrid mit 158 PS Systemleistung. Er ist der stärkere der beiden Antriebe, der sparsamere obendrein. Dass er 2.500 Euro mehr kostet, ist verständlich, dass er lediglich Anhänger mit 1000 kg ziehen darf, der 1,3-Liter-Mild-Hybrid allerdings 1500 kg, das lässt rätseln.

Die Arbeitsaufteilung beim 1,8 Hybrid: Der turbolose Benziner (109 PS, 170 Nm) ist eher auf Sparsamkeit gebürstet, der Elek­tromotor sorgt mit 49 PS und 205 Nm für Freude, und er nährt sich aus einer 1,4 kWh-Batterie. Damit gehen sich in der Stadt bis zu 80 Prozent elektrische Wege aus, hängt natürlich von der Größe der Stadt ab.

Fahrverhalten und Verbrauch: Wie sich der Hybrid im Alltag schlägt

Verbrenner und E-Motor verschränken sich ziemlich unmerklich, nur wenn sich der Benzinmotor anstrengt, spielt er sich akustisch in den Vordergrund. Freudig im Vortrieb ist der Hybrid immer, er drängt sich dabei halt nicht so auf wie ein explizit sportlicher Antrieb in einem sportlichen Auto. Der Grandis setzt andere Prioritäten, verliert grundsätzlich heitere Tugenden aber nicht aus dem Blick, danke.

Das strenge Rechnen beherrscht er auch, man merkt's am Verbrauch: Dass der Vollhybrid sparsamer ist als der Mild-Hybrid, das stand hier schon vermerkt. Im Datenblatt finden sich die beiden um 1,4 Liter auf 100 km getrennt, in der Praxis überboten wir die theoretischen 4,4 Liter unseres 1,8 Hybrid nur dezent. Ein zukunftstaugliches Ergebnis, sagen wir so: Wer sich nicht aufführt, kann unter 5 Litern auf 100 km bleiben. Das können sonst nicht allzu viele Autos.

Platzangebot und Ausstattung: Verschiebbare Rücksitzbank und Topversion Diamond

Die längs verschiebbare Rücksitzbank auch nicht, der Grandis schon: Ganz vorgeschoben wird die Kniefreiheit zwar winzig, ganz zurückgeschoben hingegen luxuriös. Eindrucksvoller lassen sich die Prioritäten in einem Kompakten kaum einjustieren.

Bleibt noch die Frage, ob sich die Topaus­stattung Diamond auszahlt. 10.100 Euro Aufpreis auf den Invite (zwei Levels drunter) klingen happig, dafür gibt's Kunstleder, Sonnendach, 19-Zoll-Alufelgen, Rundum-Kamera, Google-Dienste samt Navi, Harman-Kardon-Sound und allerlei Assistenten. Wahrscheinlich vermisst man das alles, sobald man drauf verzichtet hat.

Technische Daten

Preis € 40.590,–. NoVA 2 %,

Steuer jährlich € 224,64

Motor, Antrieb 4-Zyl.-DI-Benziner, Elektromotor. Hybrid-Automatik, Frontantrieb.

Leistung/Drehmoment Verbrenner 80 kW (109 PS), 170 Nm. E-Motor 36 kW (49 PS), 205 Nm. System 116 kW (158 PS).

Batterie/Laden Kapazität 1,4 kWh.

Fahrleistungen Spitze 180 km/h, 0–100 km/h 9,1 sec.

Verbrauch 4,4 l/100 km, CO2 101 g/km. Im Test 4,8 l/100 km.

Dimensionen L/B/H 4413/1816/ 1575 mm, Radstand 2638 mm, Gewicht 1450 kg, Anhängelast 730/1000 kg. Kofferr. 492–1582 l, Tank 48 l, Reifen 225/45 R19.

Ausstattung Glasdach, Kunstleder, Harman-Kardon-Audio, Assistenten.

Extras Metallic € 750,– bis 850,–.

Dieser Test ist in autorevue 6/2026 erschienen.

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