Test VW Golf GTI Edition 50

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Menschen ist es ja eher peinlich, wenn sie die halben 100 voll haben. Bei Automodellen ist das anders. Der GTI Edition 50 ist demgemäß der stärkste GTI aller Zeiten. 

VW Golf GTI Edition 50
62.190 Euro
Preis
Front
Antrieb
325 PS
Leistung
270 km/h
Spitze
1470 kg
Gewicht

• Rennstrecken-Performance: Der Golf GTI Edition 50 verbindet 325 PS mit ausgeprägter Vorderachsperformance und hält mit 7:44,253 Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife den im Text genannten Bestwert für seriengefertigte Fronttriebler.
• Große Spreizung: Trotz Semislicks, straffem Fahrwerk und Nürburgring-Fahrprogramm lässt sich der Edition 50 über seine zahlreichen Einstellmöglichkeiten deutlich ziviler und alltagstauglicher konfigurieren.
• Starke GTI-Palette: Der Edition 50 steht mit 325 PS über GTI und Clubsport und knapp unter dem Golf R. Gleichzeitig wirft die breite aktuelle Sportmodellpalette Fragen nach der langfristigen Zukunft des GTI auf.

Rennstrecken-Performance und Fahrdynamik

Das ist ein Spielzeug für die Rennstrecke. Auf einer solchen waren wir mit dem Edition 50 schon, genau genommen Kollege Ziehenberger anlässlich der internationalen Präsentation im Frühling, und zur Erinnerung oder Einstimmung noch einmal, was er da an Essenz rausgezogen hat: „Eindruck nach den ersten Kurven: positives Bremsgefühl, neutrales Handling, sehr steifer Vorderwagen, williges Einlenken. Die Vorderachse hat echt Biss. Auf Wunsch mit spielerischem Heck nach Lastwechsel, aber sonst erschreckend tückenfrei, ein Auto zum ernsthaften Schnellfahren. Saubere Traktion, auch auf feuchten Passagen.“

So weit also dies. Hinzufügen sollte man, dass ein Edition 50 im Mai auf der Nürburgring-Nordschleife mit dem Rennfahrer Benjamin Leuchter (eigentlich umgekehrt: dieser mit dem Golf) eine Zeit von 7:44,253 sanft auf dem Asphalt ablegte, 0,358 Sekunden schneller als der Honda Civic Type R und damit schnellster seriengefertigter Fronttriebler. Ein Erfolg, der bei den richtigen Adressaten durchaus Schalter umlegt, und jetzt aber Schluss mit Rennfahren.

Denn was schon damals aufgefallen ist und jetzt auf den niederösterreichischen Landstraßen abermals, ist die Spreizung der Talente, zu welcher dieser GTI fähig ist.

Natürlich schnell fahren. Der Edition 50 macht in etwas mehr als fünf Sekunden die Hundert voll, aber auf eine ganz andere Art, als wir das mittlerweile von deutlich leichtfüßiger beschleunigenden Elektroautos gewohnt sind. Weil eigentlich gar nicht so leichtfüßig, sondern eher sogar verkrampft, auf Haudrauf. Der Golf geht harmonischer davon. Er klingt auch besser als ein Elektro, allerdings nicht so gut, wie die Akrapovič- Endrohre ausschauen. Trösten wir uns damit, dass Hunde, die bellen, nicht beißen.

Man wird im Anwendungsbereich von StVO und StGB kaum in den Genuss der elektronisch geregelten Vorderachsquersperre mit Torque Vectoring kommen, so man sich als maßgerechter Bürger durchs Leben schlägt. Aber dass der Wagen schnell aus der Kurve herauskommt, lässt sich auch so erleben. Aufgezogen waren Semislicks (235/35), die sich bei der Klimawandeltrockenheit pudelwohl fühlen (als Einzige weit und breit) und mördermäßig am Belag haften, was sich dem Fahrer durchaus auch im zivilen Geläuf mitteilt.

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