
Es ist ein bisschen so wie früher, als man F1-Stars noch abseits der Grand Prix auf den Rennstrecken bewundern durfte: Vierfach-Weltmeister Max Verstappen erweitert sein Motorsport-Programm derzeit konsequent über die Formel 1 hinaus – und der Nürburgring spielt dabei eine zentrale Rolle.
Der vierfache Weltmeister engagiert sich zunehmend im GT3-Sport und verfolgt dabei das Ziel, heuer beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife zu starten. Mit diesen Ambitionen ist er im Feld der Grand Prix-Piloten zurzeit alleine auf weiter Flur. Vielleicht mit Ausnahmen wie Fernando Alonso lebt er Racing wie kein anderer. Der Nürburgring steht nach eigenen Aussagen schon lange auf der Wunschliste.
Der Einstieg ist also kein PR-Gag, sondern systematisch aufgebaut. Bereits 2025 tastete sich Verstappen an die „Grüne Hölle“ heran: zunächst mit Testfahrten und unter Pseudonym, um die nötige Nordschleifen-Lizenz zu erwerben, später mit ersten Renneinsätzen in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS). Sein GT3-Debüt auf der Nordschleife folgte im September 2025 – und endete prompt mit einem Sieg im Ferrari 296 GT3, damals für Emil Frey Racing.
Parallel dazu professionalisierte Verstappen sein Engagement: Mit „Verstappen.com Racing“ treibt er ein eigenes GT-Programm voran und wechselte für 2026 in ein engeres Werksumfeld mit Mercedes-AMG.
Der Fokus liegt klar auf der Vorbereitung für das 24-Stunden-Rennen, das für den Niederländer „schon lange auf der Wunschliste“ steht.
Teil dieser Vorbereitung sind gezielte Einsätze in der NLS. Beim jüngsten GT3-Auftritt auf der Nordschleife zeigte Verstappen erneut sein Niveau: Pole-Position, dominante Rennführung und ein scheinbar souveräner Sieg im Mercedes-AMG GT3 gemeinsam mit Jules Gounon und Daniel Juncadella.
Dann das Drama: Noch am selben Abend wurde das Ergebnis nachträglich wegen eines Regelverstoßes (sechs statt sieben Reifensätze) aberkannt, ändert jedoch nichts am sportlichen Eindruck: Tempo und Anpassungsfähigkeit auf der vielleicht anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt sind top.
Zwei Österreicher siegreich
Auf der anderen Seite des Teiches wurde letztes Wochenende übrigens auch gefahren, nämlich die 12h von Sebring. Dort fuhr Porsche mit ihrem werksseitig eingesetzten 963 einen Doppelsieg ein, Felipe Nasr gewann vor Kévin Estre. Besonderes Augenmerk verdient aus österreichischer Sicht jedoch die Sportwagenklasse GTD-Pro: Dort gewann der Porsche 911 GT3 R des Kundenteam Manthey mit den beiden Österreichern Thomas Preining und Klaus Bachler gemeinsam mit dem Schweizer Teamkollegen Ricardo Feller (am Beitragsfoto von links nach rechts).

