Laden wie der Blitz – voll in 9 Minuten

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Das Elektroauto muss sich immer wieder mit Vorwürfen herumschlagen, darunter der, dass das Laden so lange dauert, tanken geht viel schneller. Ja, eh. Will man an einer 11-kW-Wallbox oder an einer Wien-Energie-Säule laden, stimmt das natürlich.

Da wird fast zweistellig in Stunden gerechnet. Und an den schnellen Chargern auf der Autobahn, die theoretisch Ladeleistungen von 270 oder 400 kW zusammenbringen, schaut die Realität auch oft anders aus als das Prospekt, in dem wir regelmäßig von 20 bis 80 Prozent in 18 Minuten lesen, und dann stehen wir in Echt eine Dreiviertelstunde herum.

BYD, größter E-Autohersteller der Welt, wirft jetzt einen Changer ins Game, und wir konnten uns das gerade eben in China live anschauen: Flash Charging, also richtig extraschnelles Laden.

Gesehenes Anwendungsbeispiel und ab 2027 auch in Österreich zu erfahren ist der Z9, ein dem Porsche Taycan nicht völlig unähnliches, wenngleich vom wohlbeleumundeten Hausdesigner Wolfgang Egger gestaltetes Auto der BYD-Luxusmarke Denza. Auch Denza ist ein Game Changer, erstmals werden deutsche Premiumhersteller einen Gegner auf Augenhöhe vor der Haustür haben. Oder eigentlich schon im Haus.

„Bereit in 5. Voll in 9. Bei Kälte +3“

Obiger Satz fasst das Potenzial von Flash Charging gut zusammen. „Bereit“ meint, von 10 auf 70 Prozent Ladestand in fünf Minuten (also bereit für ein paar 100 km), unter „voll“ sind 97 Prozent zu verstehen, und bei Kälte dauert’s nur unwesentlich länger. Wenn BYD von Kälte spricht, sind das minus 30 Grad, also alles andere als Kindergeburtstag.

Was da im Denza Z9 vor unseren Augen temporeich geladen wurde, ist eine BYD-Blade-Batterie zweiter Generation (Lithium-Eisenphosphat) mit einer Kapazität von 122 kWh und dazupassendem Reichweitenversprechen. Die Ladeleistung von Flash Charging wird mit 1500 kW angegeben. Da braucht’s natürlich Autos, die mit solcher Ladeleistung mithalten können, denn das Tempo wird auch hier vom schwächsten Glied in der Kette bestimmt. Das ist dann so gestaltet, dass die Denzas selber 1500 kW Ladeleistung schaffen, die BYDs hingegen, die freilich auch in den Genuss von Flash Charging kommen, 1000 kW – wegen der Abstufung von Luxus- und Normalmarke. Und natürlich: Alle genannten Zahlen gelten für Idealbedingungen. Aber selbst halb so schnell ist immer noch schnell.

Fahrplan für Österreich: Heuer im vierten Quartal werden fünf Flash Charger der ersten Generation bei BYD-Partnern aufgestellt, 2027 geht’s dann richtig los mit letztlich 200 Ladepunkten übers ganze Land verteilt.

Bleibt noch das Thema, dass wir gelernt haben, Batterien soll man langsam laden und möglichst nie voll. Vereinfacht gesagt gilt das für Lithium-Eisenphosphat-Akkus nicht. Die soll man sogar möglichst oft vollmachen (10 bis 97 oder 100 Prozent ideal), und gegen hohes Ladetempo sind sie auch resistent.

Wer immer als Tankstelle, Supermarkt etc. gerne einen Flash Charger auf seinem Gelände haben möchte, kann hier nachfragen: flashcharging@bydauto.at

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