
Natürlich kann man da jetzt grimmige Kommentare schreiben, und ein bisserl was davon wird hier auch einfließen, beziehungsweise: Es wurden in der autorevue schon dezente Zweifel formuliert, dass man den Sanrivatti als neues Hypercar jemals auf der Straße sehen wird.
Oder in einem Showroom, denn von der Idee zum Prototyp zum Serienauto zum Verkauf zum Etablieren als finanziell gesunde Firma ist der Weg oft weit und steinig, und für Steiniges reicht die Bodenfreiheit eines Hypercars eher nicht.
Jetzt hat Sanrivatti allerdings ein Schauferl nachgelegt, das die Aufmerksamkeit hochbeschleunigt wie nicht gescheit, siehe Skizze.
Der Fahrer sitzt wie am Motorrad, ...
... was bei Autos nicht völlig und absolut neu ist, aber eher bei prähistorischen Rekordversuchen ein Thema war. Sanrivatti, das niederländische Start-Up des jungen Santiago Sánchez Rivero aus Uruguay, macht jetzt wieder eines draus – die erste Ankündigung, das geplante Hypercar werde das most driver-focused seiner Art, wird jetzt durch eine Skizze der Fahrerposition unterstrichen. Und diese Position ist jene des Motorradfahrers, und da reden wir nicht Chopper-Postion (also einer Mischung aus Liegestuhl und Kreuzigung), sondern vom Superbike, also Kopf voraus. Das gelingt, sagt Sanrivatti, wenn das Auto nicht um den Motor, sondern um den Fahrer herum konstruiert wird – ein Argument, das seine letzte Schlüssigkeit noch erlangen möge. Die weiteren Vorteile: Bessere Sicht, besseres Verschmelzen von Mensch und Maschine, vor allem auf der Rennstrecke.
Noch nicht dazugesagt ...
... hat Sanrivatti, was die Motorrad-Position im Auto für die Sicherheit bedeutet. Also wie der Gurt anzulegen ist, wie sich die Airbags herbeiwerfen bei einem Crash, und die letztgültige Sinnhaftigkeit verlangt auch noch nach Erklärungen, zum Beispiel: Die Gewichtsverlagerung, die am Motorrad unerlässlich ist, fällt hier weg. Bringt's dann noch was? Andererseits: Muss man an allem herumnörgeln, was man grad nicht versteht, und könnte man sich nicht einfach einem neuen Vorschlag mit Entdeckerfreude nähern?
Probefahren würde natürlich helfen, aber die Welt hat von Sanrivattis Hypercar erst ein paar Skizzen gesehen. Vermutlich hat Sanrivatti noch längst nicht alle Investoren gesehen, die für den Bau eines Prototypen nötig wären. Wir lehnen uns also einfach zurück und warten, was aus dem Sanrivatti wird. (Wer mag, kann sich beim Warten natürlich auch zum Thema passend vorwärts lehnen.)

