
Kimi Antonelli setzt seinen Höhenflug fort: Der 19-jährige Mercedes-Pilot gewann den Japan-GP und feierte damit seinen zweiten Sieg in Folge. Trotz eines schwachen Starts (zeitweise war er nur Sechster) profitierte er enorm von einer Safety-Car-Phase nach dem schweren Unfall von Oliver Bearman. Anschließend übernahm er die Kontrolle über das Rennen.
Hinter Antonelli fuhr Oscar Piastri (McLaren) auf Rang zwei – in seinem ersten Rennen dieses Jahr – vor Charles Leclerc im Ferrari. George Russell, der vom Rennverlauf unglücklich getroffen wurde, komplettierte als Vierter ein starkes Mercedes-Ergebnis, während Lando Norris (5.) und Lewis Hamilton (6.) ohne Podium blieben. Max Verstappen kam in einem enttäuschenden Red-Bull-Rennen nur auf Platz acht.
Der Safety-Car-Einsatz nach Bearmans Crash erwies sich als entscheidender Wendepunkt des Rennens und verschob die Kräfteverhältnisse an der Spitze. Gleichzeitig rückten die neuen 2026er-Regeln in den Fokus – vor allem wegen großer Geschwindigkeitsunterschiede und wachsender Sicherheitsbedenken im Feld. Bearmans Crash zeigte klar, was das Problem der aktuellen F1 ist: Der Haas-Pilot setzte zum Überholmanöver an und war regelrecht überrascht, wie viel schneller er mit vollem Elektro-Boost war oder besser gesagt: wie viel langsamer der Alpine vor ihm ohne war. Daraufhin wich Bearman über das Gras aus, konnte das Auto aber nicht mehr einfangen und prallte mit der Breitseite gegen die Bande. Bearman konnte aussteigen, humpelte aber.
Sichtbare Bedenken bei den Fahrern
Vor allem Carlos Sainz Jnr. meldete sich zu Wort. Er meinte man müsse sich vorstellen, wenn das auf einem Stadtkurs wie Baku, Singapur oder Las Vegas passiert wäre. Generell äußerten die Fahrer enorm viel Kritik am neuen Reglement, der Batterie geht unter längerer Volllast der Saft aus: „Es tut in der Seele weh, wenn man sieht, wie deine Geschwindigkeit so stark zurückgeht, 56 km/h die lange Gerade entlang.“ Die FIA erklärte, man werde sich in der durch den Krieg im mittleren Osten zwangsbedingten Pause im April die Sache ansehen – sowohl das Thema Sicherheit also auch die Motorensituation.
Wie auch immer: Mit dem Sieg übernahm Antonelli erstmals die Führung in der Weltmeisterschaft. Er ist damit der jüngste WM-Leader der Formel-1-Geschichte. Mercedes bleibt damit auch nach drei Rennen ungeschlagen.

