Die historische Garage lebt!

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„Als Garage alleine ist mir das zu fad." – Die verloren geglaubte Astoria-Garage in Wien hat einen Fan als neuen Besitzer und wieder geöffnet, der Denkmalschutz ist beantragt, und künftig soll nicht nur drin geparkt werden.

Wiens historische Astoria-Garage gerettet: Neuer Eigentümer plant Denkmalschutz und Kulturnutzung

„Jede Woche finden wir einen weiteren Raum“, sagt Jürgen Hesz, der neue Eigentümer der Astoria-Garage, aber die überraschend aufzufindenden Räume waren nicht der Grund des Kaufs: „Ich war immer ein Fan der Garage, also will ich sie erhalten und unter Denkmalschutz stellen.“

Bis Ende 2024 war die Astoria-Garage im Besitz der Familie ihres Gründers Cesar Karrer, seine beiden Töchter Felicitas Kodrnja und Silvia Fuchs waren bis zum Schluss als Geschäftsführerinnen tätig. Richtig, da waren sie schon rund um die hundert. Im Sommer 2024 stellte die Garage den Betrieb ein, bei einem letzten Rundgang vor einem knappen Jahr entstand eine autorevue-Geschichte mit einer Träne im Knopfloch.

Die in den späten 30er-Jahren fünfstöckig und mit einer Glaskuppel obendrauf erbaute Garage, bereits ergraut und stellenweise leicht bröselig, würde wohl abgerissen, vermuteten wir zwar nicht am Ende der Geschichte, sondern im Stillen.

Doch dann kam alles anders.

Jürgen Hesz, Eigentümer auch der Metastadt und des benachbarten Palais Auersperg, hat die Garage gekauft und während der letzten Monate strukturell saniert („Wir arbeiten mit einem Statiker, der uns jede Säule einzeln freigibt.“), die Wände sind weiß ausgemalt, die Decken und Böden durften patiniert bleiben: „Wir suchen die Schnittstelle zwischen appetitlichem und patiniertem Aussehen, derzeit wird die Garage auch wieder als Garage betrieben, aber das alleine ist mir zu fad.“ Ein Teil soll auch weiterhin parkende Autos bergen, der Rest als Filmkulisse, für Kunstprojekte, Ausstellungen und Performances genutzt werden.

„Wir sind noch bei der Ideenfindung“, sagt Jürgen Hesz, und durchaus könnte ein Stockwerk einem Oldtimer-Projekt gewidmet sein, ein paar Verhandlungen laufen bereits. Bei 18.000 Quadratmetern Nutzfläche und baulicher Anbindung ans benachbarte Palais Auersperg dürfen die Ideen durchaus in mehrere Richtungen beschleunigen.

Nur ans Abreißen braucht jetzt niemand mehr zu denken.

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