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Es gibt ja immer noch ein paar Autos, die sind wie früher. So ganz grundsätzlich. Sie sind in fast allen Fahrzeugklassen vertreten: VW Golf, Ferrari 12Cilindri, Fiat Panda, Porsche 911, Mercedes G-Klasse, Range Rover, Alfa Giulia.

Beinahe jede Marke hebt sich zumindest eine Baureihe auf, die auf Nostalgie setzt. Und das funktioniert auch, sie sind meist Zugpferde, auch aus wirtschaftlicher Sicht: Der 11er ist eine Marke für sich, so wie auch der Rangie. Als Autotester nähert man sich jedem Auto möglichst neutral an, bei den traditionellen Baureihen kann man auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen und die jeweils neue Generation passend kontextualisieren. Ob fair oder nicht: Weichen diese Modelle dann aber von ihrer Ursprünglichkeit ab, können sie recht schnell unter Beschuss kommen. Bestes Beispiel ist das neue Modell von Jaguar, ein kompletter Neustart für die Marke.


Wie früher, aber anders

Das gilt aber auch für Autos, die im Grunde ähnlich sind, wie früher, aber dann doch irgendwie anders. Der originale Mini, also der Dreitürer (das klingt so, als wäre ein Mini Aceman ein China-Fake des Mini, obwohl da fast was dran ist, wird er ja in China gebaut, der elektrische Dreitürer aber auch. Der Verbrenner-Dreitürer kommt aus Oxford, der Countryman aus Leipzig, nur zur Info), ist zwar eindeutig als Mini zu erkennen, aber von der ursprünglichen Idee, nämlich möglichst viel Platz in einem Auto mit möglichst kleinem Fußabdruck zu bieten, ist nicht mehr viel übrig. Und wenn dann ein elektrischer John Cooper Works ohne NoVA mindestens 42.900 Euro kostet und 1730 Kilo wiegt, wird’s schon eng mit der Sympathie, egal wie cool, hip oder fancy der rüberkommt mit dem runden OLED-Screen und Pratersound beim Fahrmodi-Wechsel.

Ähnlich läuft es, wenn sich jemand (oder besser gesagt jemand etwas) komplett neu erfindet, wie zum Beispiel die Leute bei smart ihre Autos. Der #5 ist ein deutlich über zwei Tonnen schweres Elektro-SUV mit massiv viel Platz (Kofferraum plus Frunk bieten über 700 Liter gemeinsam) und hat somit mit der Grundidee des smart nur wenig zu tun – aber immerhin holt der #5 platztechnisch das absolut Meiste gemessen an seinen Außenabmessungen heraus. Beide Autos, also der Mini und der smart stehen in der Warteschlange für einen Test – bis dahin bereiten wir uns geistig vor, um sich der Sache möglichst unvoreingenommen zu widmen, ohne Vorurteile und so.

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