Die Geburtsurkunde und eine Mercedes-Versteigerung

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Wer wissen mag, wie sein klassischer Mercedes bei Auslieferung exakt ausgesehen hat, wird vom Werk ab sofort noch besser informiert. Könnte bald wichtig sein, denn am 7. November werden eine Menge S-Klassen versteigert.

Beim Umgang mit der eigenen Firmengeschichte ist Mercedes-Benz traditionell hilfreich, die Marke hat den Wert der eigenen Historie früh erkennt: Jeder Oldtimerbesitzer und jede Youngtimerbesitzerin sind Markenbotschafter – die obendrein noch was dafür bezahlen, wenn man das Ersatzteilangebot über die Jahrzehnte breit auffächert, ein sehr praktischer Sachverhalt für alle.

Hilfreich sind auch Unterlagen zum Auslieferungszustand eines Klassikers, denn ist der Originalzustand schon verwässert, dann lässt sich der originalgetreue Zustand nur durch detektivisches Forschen dingfest machen. Manchmal bleiben aber auch dann Lücken.

Werksseitige Infos aus dem Archiv sind also wichtig und (was man den Herstellern besser nicht zuflüstert) eigentlich unbezahlbar, bei Mercedes kosten sie 130 Euro.

Dafür gibt's (im Webshop zu bestellen) die Geburtsurkunde. Sie heißt tatsächlich so, und sie informiert aus erster Hand über

  • die Stammdaten des Autos, also exakte Typbezeichnung, Art des Aufbaus und das Auslieferungsdatum.

  • Motor- und Getriebenummer – so lässt sich locker feststellen, ob alle Aggregate noch original sind.

  • Name und Code des Erstlacks

  • die Spezifikation des Innenraums

  • die Auflistung aller damals bestellter Extras

Selbst muss man die Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN) mitbringen, damit Mercedes-Benz das Auto in den Aufzeichnungen findet, ausgestellt wird die Geburtsurkunde für Autos der Baujahre 1986 bis 2010. Ausgenommen sind Smart, AMG und Vans.

Die größte S-Klassen-Versteigerung

Bald (Achtung, Überleitung mit dem Holzhammer) wird's ein paar potenzielle Geburtsurkunden-Besteller mehr geben im Land (und in ein paar anderen Ländern): Am Samstag (7. November) wird in Feldkirchen an der Donau eine riesige Mercedes-Sammlung versteigert, die meisten der 83 Autos sind Mercedes S-Klassen bis herauf in die 90er Jahre, die meisten in seltenen, schrägen, mutigen Farbkombinationen. Und im hervorragenden Originalzustand, sonst hätte sie der nunmehr diesbezüglich enthaltsam lebende Sammler damals nicht gekauft. Damit stellen sich diese S-Klassen ihre Geburtsurkunde quasi selbst aus.

Viele andere nicht.

Alles Wissenswerte zur Versteigerung (neben den Autos gibt's 50 Motorräder und tausende Automobilia) gibt's hier.

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