Landluft schnuppern: Wie schön dieses Hobby sein kann, zeigt die erste Ausgabe der Salzburger-Land-Klassik: Gegend, Leute, Old- und Youngtimer.
1. Salzburger-Land-Klassik: Oldtimer und Youngtimer erobern Wagrain
Mit der Bodensee-Klassik hatten sich die deutschen Kollegen rund um die Auto Bild Klassik und das Rallyebüro als Organisator schon auf österreichisches Gebiet gewagt, mit der 1. Salzburger-Land-Klassik hat man sich nun endgültig hier etabliert. Genauer gesagt in Wagrain, einer Salzburger Gemeinde im Bezirk St. Johann im Pongau.
Gründe für die Ortsverlagerung gab es genügend: Berge, Täler und alles Schöne, was es da sonst noch gibt, zum Beispiel: Straßen. Und auf diesen feine Kurven. Im Gegensatz zu vielen anderen Classic-Rallyes sind bei der Salzburger-Land auch Youngtimer bis Baujahr 2004 erlaubt. Ein früher Blick in die Teilnehmerliste hat bereits vorab verraten: Von Renault 5 Turbo über Ferrari F355 und BMW Z8 ist eine bunte Mischung an „noch nicht oder gerade schon Oldtimern“ am Start, zusätzlich zu den klassischen Rallye-Oldies von Mercedes oder Porsche.


Diese Rallye ist als sogenannte Sternfahrt organisiert: Start- und Zielpunkt ist immer am gleichen Ort, in diesem Fall das Teilnehmer-Hotel. Praktisch: die große Tiefgarage, weil anders, als die Bilder vermuten lassen würden, war es nachts meist regnerisch, tagsüber dafür umso mehr spätsommerlich.
© Lena Willgalis500 Kilometer Rallye: Traumautos, Sonderprüfungen und Hans-Joachim Stuck
Rund 500 Kilometer wurden an drei Tagen absolviert, dazwischen zahlreiche Sonderprüfungen mit unterschiedlichen Herausforderungen (darunter von zwei Autos zur gleichen Zeit parallel befahrene und solche, in denen nur das Rollen ohne Gang erlaubt war). Nicht alle fanden den Weg ins Ziel, was jedoch meist an technischen Gebrechen lag: Ausgerechnet Motorsportlegende Hans-Joachim Stuck blieb im Porsche 930 Turbo liegen. Wer Strietzel kennt, weiß, dass er sowas mit Humor nimmt. Glücklicherweise gab es mit einem Porsche 911 2.7 Baujahr 1974 ohnehin Ersatz. Auch abseits von 911 & Co. standen zahlreiche Traumautos am Start. Uhrensponsor Mühle-Glashütte (in Person: Fanny Mühle) waren im BMW M3 Evo 1 unterwegs, ziemlich cool auch das Mitsubishi-Duo aus Starion Widebody und 3000 GT Beckenbauer Edition – so einen sieht man nicht alle Tage.
Von Renault 5 Turbo über Ferrari F355 und BMW Z8 ist eine bunte Mischung an „Noch nicht oder gerade schon Oldtimern“ am Start.
Gaisberg, Alpenstraßen und ein Golf GTI als Rallyesieger
Ente war keine am Start, dafür kreuzten Laufenten, die das Teilnehmerfeld natürlich tierfreundlich umfahren hat. Schließlich waren ja die Autos zu Besuch, nicht sie. Die Gegend rund um Wagrain ist – wie praktisch die gesamte Alpenregion – auf Grund ihrer malerischen und teils auch herausfordernden Straßen prädestiniert fürs Autofahren. Als besonderes Highlight ist vielleicht die Fahrt auf den Salzburger Hausberg, den Gaisberg, zu nennen, einer der historischen Orte des österreichischen Motorsports. Denn hier wurde bis 1969 das Gaisbergrennen ausgetragen.
Berge hin, Autos her: Am Ende geht es immer um die Leute. Und die waren es, die dieser Rallye ihren Charakter gaben: Eine sympathische, bodenständige Truppe, vereint in der Faszination für das Automobil. Gewonnen hat übrigens ein GTI (und zwar ein Golf).


Nachdem sich der autorevue-Alfa immer noch von den Strapazen der Ennstal-Classic erholt, liefert das Reglement einen schönen Grund, den Peugeot 205 GTI 1.9 (Baujahr 1990) aus der Garage zu holen und mitzufahren.
© Lena WillgalisDieser Beitrag erschien in der autorevue 10/25.

