
Wer Geschichte hat, darf sie feiern: Porsche bietet eine spezielle Folierung an, um an die Rennlackierung des Siegerautos von Le Mans 1970 zu erinnern. Das hier versammelte Duo, 911 GT3 RS und 918 Spyder, trägt diese Farben also nicht zufällig.
Der Heldenplatz ist groß. Porsche 911 GT3 RS und 918 Spyder lauern etwas abseits und warten, bis die letzten Besucher die Nationalbibliothek verlassen haben. Hin und wieder schaut jemand groß, macht ein Handyfoto, freut sich, ein paar schütteln auch den Kopf, ziehen dann aber weiter. Zum Glück aber keine Carspotter. Es kommt für alle Beteiligten dieser Aktion überraschend: das vielleicht zur Zeit gehypteste Sportauto, der GT3 RS, trifft auf das immer noch aktuelle Hypercar von
Porsche, den 918 Spyder, aktueller Marktwert um die zwei Millionen Euro. Und wird im Herzen der Stadt in Ruhe gelassen. Für dieses eine Foto. Beide Stirn an Stirn, vor der Hofburg. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, diese beiden Autos in gleicher Folierungen an einem Ort so entspannt versammelt zu sehen?
Ohne das großzügige Entgegenkommen des Besitzers des 918 sowieso nicht. Die autorevue bekam den 911 angeboten, realisierte den historischen Moment und stellte das Anliegen in den Raum, die Umsetzung folgte unmittelbar. Einzig der 917 fehlte. Das Auto, das für diese Geschichte prägend ist, und ganz allgemein für die Geschichte der Marke und auch für den hiesigen Motorsport. Leider hat er es aus dem Museum in Stuttgart nicht hierher geschafft. Der Porsche 917 mit der Startnummer 23, gefahren von Hans Herrmann und Richard Attwood, eingesetzt von der Porsche KG Salzburg, der heutigen Porsche Holding GmbH, immer noch mit Sitz in Salzburg, erlangte in Le Mans 1970 den ersten Gesamtsieg der Marke. Das rot-weiß-rote Farbschema, exakt so wie hier zu sehen, ist heute deshalb als „Salzburg Design“ bekannt. Die Porsche Exclusive Manufaktur, die Individualisierungsabteilung des Hauses, bietet dieses Motto als Folierung an, die Umsetzung ist am Beispiel GT3 RS veranschaulicht. Das Auto ist eigentlich in einem klassischen Schwarzton lackiert, weitere Extras der Vollständigkeit halber: Heckleuchten in Klarglas-Optik, roter Drehzahlmesser, schwarze Bremssättel und Felgen. Die Salzburg-Design-Folie wird auf das fertige Auto aufgetragen und ist mit dem bloßen Auge nur an den Türschwellern erkennbar. Die Farben machen das ohnehin so präsente Auto noch ärger. Und es liegt die Vermutung nahe, dass alles so geplant war, denn die schwarzen Felgen passen perfekt zum Original, so war das auch beim Rennwagen.
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