Ihr wollt ein modernes Elektroauto? Hier ist es!
Überblick
Cockpit, Informationsflut und Reichweite im Alltag
Prolog: Nach 4000 km ist die innere Windschutzscheibe unseres Testwagens nebelig beschlagen. Das ist kein gewichtiger Kritikpunkt, aber möglicherweise ein Hinweis auf Recycling- Materialien, die nicht genügend ausgetestet wurden in Hinblick auf Weichmacher- Dämpfe. Damit ist die Cockpit-Kritik auch schon fertig, wenn man davon absieht, welch überfordernder Menge an Informationen man ständig ausgesetzt ist. Nicht gerechnet jene, die noch während der Fahrt aufpoppen vom Typus „Hindernis erkannt“ und andere dringliche Nullmeldungen. Tiefpunktmarke: „Laden über den Tagesbedarf hinaus kann die Lebensdauer der Batterie beeinträchtigen.“ Hurra! Gleich schon einmal den Tagesbedarf ausrechnen …
Als Pionier auf der neuen mittleren STLA-Medium-Plattform von Stellantis soll er eine WLTP-Reichweite bis zu 700 km bieten. Einwurf aus der Praxis: Wir waren beim Testwagen mit möglichen 400 km (20,2 kWh/100 km) auch schon zufrieden.
Der Peugeot 3008 ist auch noch als 48- Volt-Hybrid und als Plug-in-Hybrid erhältlich. Gegenüber dem Vorgänger wirkt das SUV flacher, gestreckter, irgendwie kompetenter durch Chromverzicht und Drei- Krallen-Lichtsignatur.
Panorama-Display, Bedienung und Komfortfunktionen
Das Cockpit wird geprägt vom durchgängig gestalteten, dezent nach innen gewölbten, dezent hinterleuchteten Bildschirm-Panorama mit 53,3 cm Spannweite. Lichteffekte in acht Farben überziehen auch die rundum bis in die Seiten gezogene Aluminiumbordüre.
Wie bei Peugeot üblich, ist das Lenkrad auffallend klein und gewöhnungsbedürftig tief angebracht, wodurch es einen größeren Blickraum freilässt, vor allem auf die Hauptinfos des i-Cockpits. Paddles ermöglichen dreistufige Rekuperation und ersetzen großteils die Fahrbremse. Der Touchscreen liegt weit vorne und ist nicht wirklich intuitiv strukturiert; an die Temperatur kommt man aber gleich obenauf. Es gibt auch einen Volume- Scroller auf der Mittelkonsole. Etwas versteckt im Dunkeln liegt die Gangwahl-Bedienung. Alles ist auch nachts rundum beleuchtet, ausgerechnet die Schaltzentrale nicht.
Das sonstige Sorglos-Paket erstreckt sich auf Fahrlicht, Regenautomatik, Klimaregelung und Klangkulisse. Viele Kommandos versteht das System (männliche Serverstimme) nicht.
Fahrverhalten und Kritik an den Assistenzsystemen
Das Gesamtfahrerlebnis ist ein angenehm Abgehobenes, jedoch mit dem Fahrwerks-Response eingeschlafener Füße. Auch die Lenkung erinnert an Video-Gaming. Sportmodus kann helfen. Es ist die Art von Autos, die gerne alles wegschalten würden, was mit den Unvollkommenheiten da draußen zu tun hat. Das funktioniert gut bei idealen Verhältnissen. Gegenbeispiel: Bei Nebel, ausgerechnet dann, werden die Heizdrähte in der Windschutzscheibe kontrastierend sichtbar in dichter Webe. Bei Glatteisgefahr gibt es für Unerfahrene keine Möglichkeit, die Straßenoberfläche auszutesten, weil sich sämtliche System-Wattebäusche dazwischenlegen. Die eigenmächtige Lenkung tut noch ein Übriges zur Verunsicherung.
Fensterheber-Bedienung und Türöffner sind eher der Schönheit als der Ergonomie verpflichtet, aber es gibt Haltegriffe rundum und wirklich angenehme Sitze.
Aber was die Heckklappe betrifft, so unterliefen wir deren sensorische Wahrnehmung. Was immer, jedenfalls setzte sie an, sich automatisch abzusenken, solange noch jemand den Stauraum belud. Da tröstet auch der kurze Warnton nicht, den sie gleichzeitig mit dem Schließvorgang absetzt. Peugeot darf sowas nicht passieren.
Dual-Motor-Antrieb und Ladeleistung
Wir fuhren die Allradvariante Electric 325 Dual Motor AWD mit 239 kW/325 PS und 509 Nm. (Top-Reichweitenmodell wird der Electric 230 Long Range, der mit einer 98-kWh-Batterie und einem Motor von 170 kW/230 PS 700 Kilometer schaffen soll.)
Der Dual Antrieb zieht schön an, ideal als aktiver Sicherheitsfaktor beim Überholen.
Eher langsam geht das Schnellladen (DC) vor sich, weil die Ladekurve nach rasantem Beginn steil abfällt. Die berühmte Kaffeepause geht dann schon in Koffeinmissbrauch über.
Zusammenfassung
Was wir mögen
Gelungene Gesamterscheinung, solide Türgriffe.
Was uns fehlt
Ein größeres Lenkrad mit mehr Gefühligkeit.
Was uns überrascht
Diese Farbe gratis!
Die Konkurrenz
Nissan Ariya, VW ID.4, Renault Mégane E-Tech, Volvo EX40.
Daten & Ausstattung
Preis | € 55.050,–. NoVA 0%. |
Motor, Antrieb | Dual Elektromotor AWD mit fester Übersetzung. |
Leistung/Drehmoment | Vorne 213 PS, hinten 113 PS. 345/166 Nm. System 239 kW (325 PS). |
Batterie/Laden | Kapazität 73 kWh, Ladeleistung DC 160 kW. |
Fahrleistungen/Verbrauch | Spitze 180 km/h, 0–100 km/h 6,0 sec. 17,4–18,0 kWh/100 km (WLTP). Im Test 24 kWh/100 km. |
Dimensionen | L/B/H 4542/2108/ 1891 mm, Radstand 2739 mm, Gewicht 1757 kg, Anhängelast 750/1200 kg. Kofferr. 544–1619 l |
Ausstattung | Navi mit Ladeplanung, 21"-Screen, Massagesitze vorn, alle Assistenten etc. |
Extras | Anhängerkupplung € 812,–, Sensation-Pack (Panoramadach, Focal-Sound etc.) € 2.200,– etc. |
Dieser Test ist in autorevue 4&5/2026 erschienen.

