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Drin, was draufsteht?

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Hier wurde vor nicht allzu langer Zeit geschrieben, es sei autoromantisch, dass der Fahrer-WM-Titel in der vergangenen Formel 1-Saison wieder an ein legendäres Traditions-Team ging: McLaren. Aber das war‘s dann schon mit der Romantik. Die kommende Saison bringt eine Reihe an Neuerungen, vielleicht sogar einen der größten Umbrüche im Reglement bisher (mehr dazu in der nächsten Print-Ausgabe). Renault wird nach 35 bewegten Jahren für die kommende Saison keine F1-Motoren mehr bereitstellen. Das eigene Team, welches seit 2020 aus Marketinggründen die hauseigene Premium-Marke Alpine (ohne direkte technische Zusammenarbeit) im Namen hat, wird von nun an von Mercedes-Motoren angetrieben.

Legendäre Renault-Triebwerke

Ist schon ein bisserl schade drum, war es doch sympathisch, dass das Logo eines echten Massenherstellers, mit dem sich viele Menschen identifizieren können, weil sie mit dem selben Symbol am Lenkrad in die Arbeit pendeln, auch auf dem zeitweise schnellsten Rennwagen der Welt zu sehen war. Das eine oder andere Renault-Aggregat genießt sogar Legendenstatus: Da wäre der EF-Motor aus dem RS01 von 1977, der erste Turbo-Motor der Formel 1-Geschichte. V6, 1.5 Liter, 520 PS bei 11.000 Umdrehungen. Der Nachfolge-Wagen, der RS10, konnte als erstes Turbo-Auto zwei Jahre später einen Grand Prix gewinnen, passenderweise in Dijon.

Und da wäre noch die RS-Motorfamilie, die unter anderem gemeinsam mit Mecachrome entwickelt wurde (eine Partnerschaft, die bis zuletzt in der F1 aufrecht war, die Zukunft der Motorenfirma in der Königsklasse ist nun unklar): Mit dem RS25 wurde Fernando Alonso 2005 Weltmeister (Dreiliter-V10, rund 900 PS bei 19.000 Umdrehungen), auch der RS26 brachte ihm den Titel (V8, 2.4 Liter, circa 800 PS bei 20.500 Umdrehungen). Dann kamen vier Mal Red Bull und Vettel. Da kann man getrost von einem erfolgreichen Motorenlieferanten sprechen. Oder besser gesagt: konnte man.

Red Bull wechselt übrigens zum Wiedereinsteiger Ford, zu einer ikonischen Marke im F1-Motorenbau, man denke nur an Jochen Rindts Weltmeister-Autos Lotus 49 und 72. Honda, ebenso traditionsreich, wechselt zu Aston Martin.

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