Die Primavera ist jetzt als dreidimensionale Marke geschützt, das erschwert Kopien das Leben
Quasi jedes Kind, das nach 1946 auf der Welt war, weiß, wie eine Vespa aussieht – und auch jedes Kind weiß, wie viele andere Roller aussehen, nämlich sehr ähnlich. Wo der Erfolg daherkommt, sind auch die Kopien nicht weit, mit weniger Anstrengung lässt sich geschäftlicher Höhenflug sonst kaum abschöpfen.
Damit derlei nicht mehr so leicht geht, hat sich Piaggio das Design der Vespa Primavera jetzt schützen lassen. Zwar nur innerhalb der EU (weltweit wird derlei nicht so leicht sein, vermuten wir im Vollbesitz unserer juristischer Unwissenheit), aber damit immerhin im Kerngebiet gepflegten Vespafahrens. Das Design gilt jetzt als dreidimensional Marke, das Urteil gesprochen wurde vom Europäischen Amt für geistiges Eigentum (EUIPO), und man darf gespannt sein, wie viele Gerichtsurteile da bald folgen werden, wobei wir uns die Entscheidungsfindung durchaus knifflig vorstellen: Wenn ein Roller ausschaut wie ein Roller, schaut er dann auch gleich wie eine Vespa aus? Wie anders muss er demnächst aussehen, und sind auch bei bisher schon herumwuselnden Rollern Designänderungen nötig? Gibt's bald Rückrufaktionen wegen zu großer Ähnlichkeit?
Die autorevue bleibt im Dienste knallharten Journalismus dran, oder sagen wir: Wir schauen aus geringer Ferne zu. Übrigens ist das Design auch für maßstabsgetreue Modelle geschützt.
