Umfrage: Diese Beifahrer gehen Autofahrern besonders auf die Nerven

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Warnrufe ohne erkennbaren Grund und Kommentare zum Fahrstil sorgen bei Österreichs Autofahrern für den meisten Ärger auf dem Beifahrersitz. Dabei schätzen sich die meisten Mitfahrer selbst als entspannt und zurückhaltend ein. Unterschiede gibt es je nach Geschlecht und Alter.

Überblick

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage

• Warnrufe und Kommentare stören am meisten: Die Hälfte der Befragten ärgert sich über grundlose Warnrufe. Auch permanente Kommentare zum Fahrstil gehören zu den häufigsten Kritikpunkten.
• Frauen und Männer setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Frauen reagieren stärker auf Kommentare zur Fahrweise und Warnrufe, Männer häufiger auf Eingriffe bei Radio, Musik oder Klimaanlage.
• Jüngere sind meist toleranter – außer beim Navi: Nur 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen stören Fahrstil-Kommentare, dafür reagieren 27 Prozent empfindlich auf eine falsche Bedienung der Navigation.

Warnrufe und Fahrstil-Kommentare nerven am meisten

Wer nicht selbst am Steuer sitzt, kann die Fahrt für den Fahrer trotzdem erheblich beeinflussen. Eine im Auftrag von AutoScout24 durchgeführte Umfrage unter 500 österreichischen Autobesitzern zeigt, welche Verhaltensweisen von Beifahrern besonders häufig als störend empfunden werden. An der Spitze stehen überraschende Warnrufe und Kommentare zur Fahrweise.

Die Selbsteinschätzung der Befragten fällt dabei überwiegend positiv aus. 42 Prozent bezeichnen sich als „gemütliche Mitfahrer“, die das Geschehen zwar beobachten, dabei aber keinen Stress verbreiten. Weitere 35 Prozent ordnen sich der Gruppe der „vorsichtigen Beobachter“ zu: Sie verfolgen die Fahrt aufmerksam, halten sich mit Eingriffen jedoch grundsätzlich zurück. 13 Prozent sehen sich selbst als „Mitbrems-Beifahrer“, 9 Prozent als „tiefenentspannt“. Lediglich 1 Prozent stuft sich als „dauer-alarmiert“ ein.

Aus Fahrersicht fällt die Wahrnehmung weniger positiv aus. Besonders unbeliebt sind plötzliche Warnrufe ohne erkennbaren Anlass. Die Hälfte der Befragten nennt dieses Verhalten als Ärgernis. Nahezu ebenso störend sind permanente Kommentare zum Fahrstil. Auf dem dritten Platz folgen ungefragte Hinweise auf Verkehrsregeln, die rund ein Drittel als störend empfindet.

Auch sichtbare Nervosität und das sprichwörtliche Mitbremsen bei Fahrmanövern kommen nicht gut an: 27 Prozent stören sich daran. Das häufige Bedienen von Radio, Musik oder Klimaanlage durch den Beifahrer nennen 22 Prozent. Ablenkende Gespräche in kritischen Fahrsituationen folgen mit 21 Prozent. Jeweils 19 Prozent ärgern sich über Brösel oder Auspatzen beim Essen sowie übermäßige Handynutzung mit lauten Tönen. Ungefragte Eingriffe in die Navigation empfinden 18 Prozent als störend.

Frauen und Männer stören unterschiedliche Beifahrer-Gewohnheiten

Bei der Auswertung nach Geschlecht zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede. Frauen reagieren insbesondere auf Kommentare zur eigenen Fahrweise empfindlicher. 59 Prozent der befragten Frauen stören sich am ständigen Kommentieren des Fahrstils. Bei den Männern sind es 39 Prozent – eine Differenz von 20 Prozentpunkten.

Auch grundlose Warnrufe werden von Frauen häufiger als störend genannt. Der Anteil liegt hier bei 54 Prozent, gegenüber 47 Prozent bei den Männern. Damit gehören Eingriffe und Kommentare, die unmittelbar die Fahrweise betreffen, bei Frauen besonders häufig zu den genannten Ärgernissen.

Umgekehrt reagieren Männer stärker darauf, wenn Beifahrer die Technik im Fahrzeug bedienen. Häufige Eingriffe bei Radio, Musik oder Klimaanlage stören 27 Prozent der Männer. Unter den Frauen liegt der entsprechende Anteil bei 17 Prozent. Die Differenz beträgt damit zehn Prozentpunkte.

Insgesamt zeigt die Befragung damit unterschiedliche Schwerpunkte: Während Frauen häufiger auf Kommentare und Warnungen im Zusammenhang mit der Fahrweise reagieren, nennen Männer Eingriffe in die Bedienung von Radio, Musik oder Klimatisierung öfter als Störfaktor. Gemeinsam ist beiden Gruppen, dass ungefragtes Eingreifen des Beifahrers Konfliktpotenzial birgt – unabhängig davon, ob es um die Fahrweise oder die Fahrzeugbedienung geht.

Junge Autofahrer sind gelassener – außer bei der Navigation

Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede. Die 18- bis 29-Jährigen reagieren auf mehrere klassische Beifahrer-Angewohnheiten weniger empfindlich als ältere Autofahrer. So empfinden 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ständige Kommentare zum Fahrstil als störend. In der Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren liegt der Anteil dagegen bei 58 Prozent.

Noch deutlicher fällt der Unterschied bei der Bedienung von Radio, Musik oder Klimaanlage aus. Nur 10 Prozent der jüngsten Befragtengruppe sehen darin ein Ärgernis. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 28 Prozent, bei den 50- bis 69-Jährigen 22 Prozent.

Bei der Navigation kehrt sich das Bild allerdings um. 27 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ärgern sich über eine falsche Bedienung des Navigationssystems durch den Beifahrer. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es lediglich 11 Prozent, bei den 50- bis 69-Jährigen 8 Prozent. Jüngere Autofahrer reagieren somit bei Fahrstil-Kommentaren und Eingriffen in Radio oder Klimaanlage vergleichsweise gelassen, beim Navigationssystem jedoch deutlich empfindlicher.

Grundlage der Ergebnisse ist eine Trendstudie, die Integral Markt- und Meinungsforschung im Auftrag von AutoScout24 durchgeführt hat. Dafür wurden insgesamt 500 österreichische Autobesitzer im Alter von 18 bis 69 Jahren online befragt. Die Erhebung ist für diese Zielgruppe repräsentativ.

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