Autoindustrie wächst – deutsche Hersteller geraten weiter unter Druck

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Die 19 größten Autohersteller der Welt haben ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2026 auf einen Rekordwert gesteigert. Deutsche Konzerne entwickeln sich dagegen schwächer. Vor allem das China-Geschäft belastet, während Europa für etwas Stabilität sorgt.

Globaler Automarkt: Bilanz 1. Halbjahr 2026

Rekordumsatz trotz Absatzminus: Die 19 größten Autohersteller steigerten ihren Umsatz um 3,6 Prozent auf 1.048 Milliarden Euro, obwohl der Fahrzeugabsatz um 2,9 Prozent sank.
Deutsche Hersteller unter Druck: Umsatz und operativer Gewinn gingen um 2,9 beziehungsweise 19 Prozent zurück. In China brach der Absatz deutscher Hersteller um 25 Prozent ein.
Europa stabilisiert: Der Absatz deutscher Hersteller in Europa wuchs um drei Prozent. Gleichzeitig erhöhten chinesische Hersteller ihre Verkäufe in Europa um 44 Prozent.

Weltweiter Auto-Umsatz steigt auf Rekordniveau

Die weltweite Automobilindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 trotz rückläufiger Verkaufszahlen mehr umgesetzt und verdient. Nach einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY stieg der Umsatz der 19 größten Automobilhersteller gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf den Rekordwert von 1.048 Milliarden Euro. 15 der 19 untersuchten Konzerne verzeichneten ein Umsatzplus. Die stärksten Zuwächse erzielten Tesla mit 21 Prozent, Suzuki mit 18 Prozent und Geely mit 15 Prozent. Am unteren Ende lagen BMW mit minus acht Prozent, BYD mit minus sieben Prozent und Mercedes-Benz mit minus vier Prozent. Insgesamt verkauften die Hersteller 34,5 Millionen Fahrzeuge und damit 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nur sechs der 19 Unternehmen konnten ihren Absatz steigern. Gleichzeitig erhöhte sich der operative Gewinn der untersuchten Konzerne um 11,4 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro. Die durchschnittliche EBIT-Marge der Gesamtbranche legte leicht auf 4,2 Prozent zu. EY erstellt die zugrunde liegende Auswertung der Finanzkennzahlen der 19 größten Automobilhersteller quartalsweise.

Deutsche Hersteller verlieren vor allem in China

Deutlich schwächer als der Gesamtmarkt entwickelten sich die deutschen Hersteller. Ihr Umsatz sank um 2,9 Prozent auf 284 Milliarden Euro und damit bereits im dritten Jahr in Folge. Der operative Gewinn ging um 19 Prozent auf 13 Milliarden Euro zurück, die durchschnittliche EBIT-Marge fiel von 5,5 auf 4,6 Prozent. Besonders ausgeprägt ist die Schwäche auf dem chinesischen Markt. Dort ging der Absatz aller untersuchten Hersteller im ersten Halbjahr um 18 Prozent zurück, bei den deutschen Konzernen betrug das Minus 25 Prozent. Der Anteil Chinas an ihrem weltweiten Absatz verringerte sich innerhalb eines Jahres von 28,9 auf 23,5 Prozent. Zum Vergleich: 2020 entfielen noch rund vier von zehn weltweit verkauften Fahrzeugen deutscher Hersteller auf China. Gleichzeitig geraten auch die chinesischen Hersteller unter Druck. Ihr weltweiter Absatz sank um acht Prozent, der operative Gewinn um 22 Prozent. Die durchschnittliche EBIT-Marge ging von 6,0 auf 4,6 Prozent zurück. Auf dem europäischen Markt expandieren chinesische Marken dagegen weiter: Ihr Absatz nahm dort um 44 Prozent zu, BYD steigerte seine Verkäufe in Europa um 168 Prozent.

Europa stabilisiert den Absatz – Kostendruck bleibt

Europa entwickelte sich im ersten Halbjahr vergleichsweise stabil. Die deutschen Hersteller steigerten ihren Absatz hier um drei Prozent, über alle untersuchten Hersteller hinweg betrug das Plus knapp vier Prozent. Die Zuwächse reichen allerdings nicht aus, um die Rückgänge in anderen Regionen vollständig auszugleichen. EY sieht die Branche weiterhin in einer tiefgreifenden Transformation. Als Belastungsfaktoren nennt die Analyse hohe Kosten und Investitionen, geopolitische Unsicherheiten, den Übergang zu neuen Antriebstechnologien sowie einen verschärften internationalen Wettbewerb. Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich, verweist insbesondere auf Produktivität, Innovationsfähigkeit, Digitalisierung und effiziente Produktionsstrukturen als zentrale Faktoren für die weitere Entwicklung. Für Österreich haben die Veränderungen nach Einschätzung von EY besondere Bedeutung: Die heimische Automobil- und Zulieferindustrie ist eng mit der europäischen und vor allem der deutschen Automobilwirtschaft verflochten. Damit wirken sich Veränderungen bei Herstellern und Märkten auch auf industrielle Wertschöpfungsketten und den exportorientierten Wirtschaftsstandort Österreich aus.

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