Neu Ferrari Amalfi Spider

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Der Zurück-wink-Ferrari: Auch die brutalste 640-PS-Fahrmaschine namens Ferrari wird von PR und Marketing eingehegt zur sonnigen Wellness-Oase. Was ja trotzdem nichts an den 640 PS mindert. 

Überblick

Ferrari Amalfi Spider
ca. 340.000 Euro
Preis
640 PS
Leistung
320 km/h
Spitze
3,3 sec
0100 km/h
1556 kg
Gewicht

• Spider-Konzept: Das Stoffdach verbindet geringes Gewicht und platzsparende Konstruktion mit hoher Alltagstauglichkeit; für die offene Karosserie waren zusätzliche Chassis-Versteifungen und technische Anpassungen nötig.
• Technik: Der 3,9-Liter-Biturbo-V8 leistet 680 PS. Hinzu kommen unter anderem Brake-by-Wire, Side Slip Control 6.1 und eine ausgefeilte aktive Aerodynamik.
• Fahreindruck: Trotz des Lifestyle-Ansatzes bleibt der Amalfi Spider ein extrem leistungsfähiger Sportwagen, dessen fahrdynamische Grenzen im öffentlichen Straßenverkehr kaum auszuloten sind.

Stoffdach, Leistung und italienische Cabrio-Tradition

Cabri­olets sind dem Ferrari eingeschrieben, zumal den Lifestyle-Modellen, wofür heute exemplarisch der Amalfi steht als Nachfolger des Roma. (Wesentlich spürbare Unterschiede: komfortableres Fahrwerk und Brake-by-Wire im Amalfi).

Grundsätzlich empfehlen sich bei italienischen Sport- und Supersportwägen elegante Stoffdach-Lösungen, weil sie erstens sommerlich unbekümmert daherkommen, zweitens platzsparend untergebracht werden und mit geringerem Gewicht und dünnsprossiger Technik zu bewältigen sind. Drittens ist das durchimprägnierte Textilstück baulich und akustisch so ausgereift, dass es mit seinen fünf Lagen, zwei davon aus Gummi, gewissermaßen stabiler ist als 0,8 mm Blech. Ganz wichtig: Bläht sich nicht auf wie das beim Golf Cabrio schon bei Tempo 90 passiert.

Damit das hier nicht zu sehr nach Sommerfrische klingt: Wir haben es immer noch mit 680 PS aus dem Biturbo V8 zu tun, das sind um zwanzig mehr als beim legendären Super-Ferrari Enzo (2002 bis 2004) mit Sechs-Liter-Zwölfzylinder aus dem F1-Knowhow-Pool.

Schließlich müssen Top-Performer heute sämtliche Zielkonflikt-Klüfte schließen – und dann noch eins draufsetzen. Und möge sich dann kein Kompromiss herausbilden, sondern das Beste aller Welten.

Wir können jetzt auf den Bildhauer Constantin Brâncuşi zurückgreifen und seinen uccello nello spazio (Bird in Space), den Chefdesigner Manzoni inspirativ segeln ließ, als er seine Urform namens Speedform modellierte, ohne Räder und Details, nur der reine Formenfluss im Raum, betörend schöne Supergurke und ultraglatt, von da ausgehend der angewandte Amalfi-Korpus entstand, gewissermaßen anonym und unbeteiligt am Tagesgeschehen, exemplarisch in den Raum gestellt als fugendicht verkörperte Idee von herausmodellierter Bewegung. Blank Sheet Ferrari. Mission accomplished, vielmehr: missione compiuta.

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