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Nun ist es auch schon wieder 80 Jahre her …

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… dass es die Automarke Kia gibt. Also eigentlich sind es 81 Jahre, und Kia ist auch weder seit 80, noch seit 81 Jahren eine Automarke. Denn gegründet wurde die „Kyongseong Precision Industry“ schon 1944, ab 1952 hieß man dann „Kia Industry Company“ – und stellte Fahrräder her. Aber irgendwie feiern gekrönte Häupter und größere juristische Personen ihre Jubiläen teils nach eigenen Kriterien (in England zum Beispiel hat das mit dem Wetter zu tun), teils auch länger. Denn es soll alles dem großen Anlass gemäß sein.

Folglich zeigt Kia jetzt, also dieser Tage, aus Anlass des 80. Geburtstags eine schicke Designstudie namens Vision Meta Turismo. Sie basiert auf der aktuellen Designsprache der Marke, die Opposites United heißt und dem Namen entsprechend weiche Übergänge mit präzisen geometrischen Einheiten verbindet.

Im Zentrum stehen natürlich die Begriffe „digital“ und Lounge“. Das Lenkrad etwa versteht sich als „Fahrerschnittstelle“, zur Wahl stehen drei digitale Betriebsoptionen: Speedster, Dreamer, Gamer. Das meint die optische Gestaltung des Innenraums ebenso wie die Bedienung und das Fahren. Das Head-up-Display kann virtuelle Inhalte aller Art dreidimensional in die Windschutzscheibe bringen, damit der Fahrer nicht allzusehr von den realen Vorgängen auf der Fahrbahn in Anspruch genommen wird.

Einst und demnächst

Wir denken uns das Konzept als diffuse Vorbedeutung eines möglichen Nachfolgemodells des Stinger, der ja irgendwie ohne Getöse von der Welt wieder verschwunden ist, ohne groß Spuren hinterlassen zu haben. War ein gutes Auto, aber schließlich zu wenig anders, um irgendwen zu verdrängen.

Dabei fällt uns ein, dass wir Kia seit dem Marktstart in Österreich quasi durchgehend begleitet, man kann sagen: beim Erwachsenwerden zugesehen haben. Das war am Anfang direkt lustig oder skurril, denn der Sportage, das erste Kia-Testauto in der Redaktion der autorevue, war zum Beispiel ein rechter Fetzenbomber. Japanische Konkurrenten hatte er bestenfalls irgendwie in Sichtweite, europäische waren unerreichbar. Bekanntlich ist das heute etwas anders, und das Muster hat sich auch gerade wiederholt mit dem Markteintritt der chinesischen Autos. Über die hat man vor wenigen Jahren auch gelacht, und heute, nun ja. Auch in der Autoindustrie gilt: Die Geschichte wiederholt sich. Was uns, ganz nebenbei, der lästigen Pflicht enthebt, aus ihr zu lernen, weil sich ja eh alles wiederholt. Aber das ist eine andere Geschichte.

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