
Während wir gerade noch über Autos jammerten, bei denen man die Sitzheizung per Mietmodell nachrüsten kann (hat sich aber eh nicht wirklich durchgesetzt), wird es in den USA bald ein Auto geben, bei dem man nahezu alles nachrüsten wird müssen.
Also, eigentlich nicht müssen. Weil: Wer braucht schon unbedingt Lackierung, ein Display oder Türverkleidungen? Der Slate, ein 4,4-Meter-Pickup eines US-Startups, in das auch Jeff Bezos investiert (der Elon ohne Dachschaden), kommt nur mit dem Allernötigsten zum Kunden, unlackiert (aber mit Klebefolien) und mit einer Halterung für ein Tablet. Vor dem Lenkrad ist ein Tacho. Was gesetzlich vorgeschrieben ist, ist auch vorhanden, etwa Assistenzsysteme.
Und dann?
Dann beginnt man aus rund 100 Features zu wählen, oder eben auch nicht. Tut man es nämlich, entfernt man sich Schritt für Schritt von den rund 20.000 Dollar, die das Auto kosten soll, wenn es 2026 auf den Markt kommt (oder etwas mehr, sollte Trump die einschlägigen Förderprogramme einstellen). Und das ist ja der Witz daran: Gegenentwurf zu den vollgepackten Leistungs- und Gewichtsmonstern zwischen Tesla, Kia und BMW zu sein. Auch und vor allem preislich.
Es wird auch Bausatzausführungen geben, mit denen sich Bastler ein kleines SUV aus dem Pickup do-it-yourselfen können. Eine Motorvariante reicht: Elektro, 204 PS, Akku mit 52 oder 84 kWh, Letzteres schon wieder ein bisl überkandidelt, finden wir.
Die Idee des Slate ist gut und sollte Schule machen, auch bei uns. Freilich, bevor die Idee Schule machen kann, muss sie zumindest einmal umgesetzt werden. Und wir wissen ja, was aus Ankündigungs-Startups oft wird. Anlass zur Hoffnung gibt in diesem Fall immerhin Jeff.

