
Wie viele erfolgreiche Projekte, ja wie der Erfolg überhaupt, dieser sogar sprichwörtlich, hat auch der Mazda MX-5 viele Väter. Mindestens aber mehrere.
Kommt immer auf die Perspektive an. Ein Vater aber auf jeden Fall war Tsutomu Matano, genannt Tom Matano, der damalige Mazda-Chefdesigner in Amerika. Als solcher war er verantwortlich für den MX-5, später auch für die dritte Generation des RX-7.
Matano ist am vergangenen Wochenende im Alter von 76 Jahren in Japan gestorben. Am 7. Oktober wäre er 77 geworden.
Matano hatte ursprünglich in Japan Technik studiert und als Ingenieur abgeschlossen. Seine Liebe aber galt dem Design. Konsequenterweise zog es ihn in die USA, in die er 1970 auswanderte. Dort ergab es sich glücklich, dass er am California’s ArtCenter of Design noch ein Designstudium absolvierte. Das Center hatte einige der einflussreichsten Designer der Auto-Welt hervorgebracht, und auch bei Matano sollte es sich bewähren.
Zunächst aber GM
Matano heuerte bei GM an, wurde nach Australien zu Holden als Designer geschickt. 1977 kam er nach München und arbeitete bei BMW.
1983 dann verschlug es ihn zu Mazda, der Stätte seines eigentlichen Wirkens. Dort hatte der Motorjournalist Bob Hall bereits dem Mazda-Chairman Kenichi Yamamoto den mittlerweile legendären Vorschlag gemacht, doch ein kleines, leichtes, zweisitziges Cabrio zu bauen, weil genau das die Leute wollten. Dachte zumindest Bob. Und so geschah es dann auch. Der Miata wurde designt von Matano und seinem Team und vom Fleck weg gut verkauft, als er 1989 auf den Markt kam. Matano gestaltete auch eine Coupé-Variante des MX-5 und den RX-7 dritter Generation. Sein Vermächtnis ist aber der MX-5, der eine Renaissance geschafft hat, an die keiner mehr geglaubt hat. Freilich: Die Renaissance betraf eigentlich nur den MX-5 selbst, von dem mittlerweile weit mehr als eine Million Stück verkauft wurden. Wer einen hat, sollte demnächst eine kleine Gedenkausfahrt machen.

