
Die Elektromobilität steht und fällt nach wie vor mit dem Thema der Ladeinfrastruktur. Vor allem in der Stadt, wo die Menschen auf öffentliches Laden angewiesen sind. In Wien tut sich diesbezüglich einiges, vor allem bei den Schnellladesäulen.
Wien forciert den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Im Fokus stehen die Dichte sowie die mögliche Ladegeschwindigkeit der Säulen, der Energie-Aspekt durch die Verwendung von Ökostrom sowie die einfache Abrechnung. Kurz gesagt: Man will den Leuten die Angst nehmen, ihr Elektroauto nicht vernünftig aufladen zu können.
Nachdem Wien Energie, bereits 2025 ein Rekordjahr beim Ausbau der E-Mobilitätsinfrastruktur verzeichnete, wurde nun das nächste große Ausbauprogramm angekündigt: Bis zu 1.000 zusätzliche öffentliche Ladepunkte sollen in den kommenden Jahren errichtet werden, davon zehn Schnellladeparks mit High-Power-Chargern.
Die neue Ausbauoffensive ist eine Antwort auf die Zahlen des vergangenen Jahres. Das Unternehmen hatte im letzten Jahr nach eigenen Angaben vier neue Schnellladeparks sowie mehr als 900 zusätzliche Ladepunkte im privaten und öffentlichen Bereich in Betrieb genommen – so viele wie noch nie zuvor innerhalb eines Jahres. Damit stehen im Großraum Wien inzwischen mehr als 2.500 öffentlich zugängliche Wien-Energie-Ladepunkte zur Verfügung. Österreichweit ergänzt das Unternehmen das Angebot mit über 21.000 Partner-Ladepunkten.
Der starke Ausbau spiegelt die dynamische Entwicklung der Elektromobilität wider. Laut Wien Energie stieg die Zahl der Ladevorgänge 2025 auf rund 1,55 Millionen – ein Plus von etwa 30 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2024. Auch die abgegebene Strommenge legte um rund 30 Prozent auf über 36 Millionen Kilowattstunden zu. Besonders hoch war die Nachfrage kurz vor Weihnachten: Am 22. Dezember 2025 wurden an einem einzigen Tag mehr als 8.500 Ladevorgänge registriert.
Parallel dazu verändert sich auch die Art der Ladeinfrastruktur. Während bisher vor allem klassische AC-Ladepunkte das Wiener Stadtbild prägen, setzt Wien Energie zunehmend auf leistungsstarke Schnellladeparks. Bereits 2025 gingen vier neue Standorte mit insgesamt 28 Schnellladesäulen (bis zu 400 kW) ans Netz. Moderne Oberklasse-Elektroautos können dort innerhalb von etwa 15 Minuten Strom für mehr als 300 Kilometer Reichweite laden.
Die nun angekündigte zweite Ausbaustufe soll dieses Netz deutlich erweitern. Gleichzeitig soll das klassische öffentliche Ladenetz weiter verdichtet werden. Aktuell befindet sich im Schnitt alle 400 Meter eine Ladestelle von Wien Energie. Durch den Ausbau soll sich dieser Abstand auf etwa 250 Meter reduzieren. Vorrangig berücksichtigt werden zunächst jene Bezirke und Grätzl, die bisher noch unterdurchschnittlich versorgt sind.
Der Ausbau erfolgt dabei nicht nur entlang großer Verkehrsachsen, sondern zunehmend auch in Verbindung mit Einkaufszentren, Wohnbauprojekten und Unternehmensstandorten. Gemeinsam mit Unibail-Rodamco- Westfield errichtete Wien Energie bereits Schnellladeinfrastruktur beim Donau Zentrum und bei der Shopping City Süd. Beim Bezahlen setzt Wien Energie auf ein vergleichsweise einfaches Modell. Abgerechnet wird nach tatsächlich geladener Kilowattstunde – unabhängig davon, mit welcher Ladeleistung geladen wird. Die monatliche Abrechnung liefert dabei eine transparente Übersicht aller Ladevorgänge. Angeboten werden mehrere Tarifmodelle. Zugang zum Ladenetz bieten die eigene Ladekarte sowie die kostenlose „Tanke“-App. Darüber lassen sich Ladevorgänge starten und stoppen, freie Ladepunkte in Echtzeit finden und direkt zur nächsten verfügbaren Station navigieren. Auch die monatliche Ladehistorie ist in der App abrufbar.
