Volkswagen bringt den Polo erstmals als rein elektrisches Modell. Der ID. Polo basiert auf dem weiterentwickelten MEB+, fährt mit Frontantrieb und kommt mit zwei Batteriegrößen sowie drei Leistungsstufen. Marktstart ist jetzt, und gefahren sind wir auch schon.
Überblick
Drei Leistungsstufen und bis zu 454 Kilometer Reichweite
Der ID. Polo ist der erste Volkswagen mit elektrischem Frontantrieb auf Basis des MEB+. Zur Wahl stehen 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS). Die beiden schwächeren Varianten nutzen einen 37-kWh-LFP-Akku, die 155-kW-Version einen 52-kWh-NMC-Akku; beide Batterien arbeiten mit Cell-to-Pack-Technik. Die Reichweite beträgt je nach Version bis zu 334 beziehungsweise 454 Kilometer nach WLTP. AC-Laden ist mit bis zu 11 kW möglich, Gleichstrom fließt mit maximal 90 beziehungsweise 105 kW. Für 10 bis 80 Prozent nennt Volkswagen rund 23 beziehungsweise 24 Minuten. Die Verbräuche liegen zwischen 13,3 und 14,9 kWh/100 km. Je nach Motorisierung erreicht der ID. Polo Tempo 100 in 10,6, 9,5 oder 7,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Eine Wärmepumpe ist optional. Die stärkste Version darf bis zu 1.200 Kilogramm ziehen; die Stützlast beträgt 75 Kilogramm.
Mehr Kofferraum und neues Bedienkonzept im elektrischen Polo
Die elektrische Architektur schafft gegenüber dem weiterhin angebotenen Verbrenner-Polo zusätzliche Innenraumlänge von 19 Millimetern. Der Kofferraum wächst von 351 auf 441 Liter, bei umgeklappter Rückbank stehen 1.240 statt 1.125 Liter zur Verfügung. Das Cockpit kombiniert ein 10-Zoll-Digitalinstrument mit einem 12,9-Zoll-Infotainmentdisplay und physischen Bedienelementen für zentrale Klimafunktionen sowie einem Drehregler für Lautstärke und Titelauswahl. Serienmäßig gibt es eine Retro-Darstellung, die sich gestalterisch am Golf I orientiert. Ebenfalls Serie ist One-Pedal-Driving bis zum Stillstand. Textilien an Sitzen und Türen sowie Teile von Dachhimmel und Teppichen bestehen laut Volkswagen vollständig aus recyceltem PET. Als weitere Besonderheit kann der ID. Polo über die „PowerSocket“ externe 230-Volt-Geräte mit bis zu 3,6 kW versorgen. Das Fahrwerk kombiniert MacPherson-Vorderachse und Verbundlenker-Hinterachse; gebremst wird über ein neues One-Box-System mit Scheibenbremsen an beiden Achsen und integrierter Rekuperation.
Ziemlich souveränes Fahrerlebnis
Und wie fährt sich das ganze? Sehr fein, kurz zusammengefasst. Das Auto fühlt sich im Fahrbetrieb deutlich erwachsener an, als man bei der Größe erwarten würde. Wir konnten die 211 PS starke Variante ausprobieren, die natürlich auch ziemlich kraftvoll im Antritt ist, bei allerdings sinnvoller Mäßigung in der Höchstgeschwindigkeit. Der Elektroantrieb vermittelt die systemimmanente Ruhe und Gelassenheit. Besonders eindrucksvoll ist die intelligente Rekuperation. Das Auto verzögert eigenständig vor Kurven, Kreisverkehren, Ortsgebieten, und bleibt an der Ampel hinter dem letzten Auto von selber stehen. Man braucht das Bremspedal also kaum einmal.
Auch die Bedienung ist eine Rückkehr zu Zeiten, als man sich vor Autos noch nicht fürchten musste: Richtige Tasten am Lenkrad, keine Touchslider mehr, vier Fensterheber in der Fahrertür, alles sehr logisch, sinnvoll und praktisch angerichtet.
Der ID. Polo wird ab sofort ausgeliefert. Die 85-kW-Variante (115 PS) kostet ab 25.490 Euro, die mit 99 kW (135 PS) ab 29.990 Euro und die mit 155 kW (211 PS) ab 33.790 Euro.

