
Wien wird drei Tage lang zur Bühne der Elektromobilität: Die sechste Ausgabe der Wiener Elektro Tage (noch bis 31. Mai) zeigt, wie breit die E-Mobilität in Österreich bereits aufgestellt ist – und wo der Weg noch holprig bleibt.
Die Kulisse könnte kaum passender sein: Vor dem Wiener Rathaus, einem der markantesten Repräsentationsbauten der Stadt, haben am 29. Mai 2026 die sechsten Wiener Elektro Tage ihre Pforten geöffnet. Bis zum 31. Mai präsentieren 24 Aussteller auf dem Rathausplatz mehr als 60 elektrifizierte Fahrzeuge – bei freiem Eintritt und begleitet von einem Rahmenprogramm aus Talks und Musikacts. Das Veranstaltungsformat, das von Porsche Media & Creative unter der Leitung von Thomas Beran organisiert wird, hat sich seit seiner Premiere als größtes E-Mobilitätsevent Österreichs etabliert.
Die Eröffnung übernahmen Stephanie Ernst, Gremialobfrau des Landesgremiums Wien des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer, sowie Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure beim Industriellenverband. Im Mittelpunkt des automobilen Auftakts stand ein sogenannter „automobiler Catwalk", bei dem dreizehn Fahrzeuge ihre Österreich-Premiere feierten – darunter der Porsche Cayenne Electric, der Renault Twingo E-Tech Electric, der VW ID. Polo GTI sowie mehrere Modelle chinesischer Hersteller wie Leapmotor und Xpeng.
Das Ausstellerfeld spiegelt einen breiten Querschnitt des österreichischen Markts wider: Von Volumenmarken wie Volkswagen, Škoda, Renault und Opel über Premiumhersteller wie Audi und Porsche bis hin zu Newcomern wie BYD und Leapmotor sind alle relevanten Segmente vertreten. Ergänzt wird das Angebot durch Aussteller aus den Bereichen Ladeinfrastruktur, Finanzierung und Mobilitätsdienstleistungen, darunter Wien Energie, die Porsche Bank und der ÖAMTC.
Parallel zur Ausstellungseröffnung fand im Vestibül des Burgtheaters ein Branchen- und Pressegespräch vor rund 90 Teilnehmenden statt. Philipp Wieser von der Leitstelle für E-Mobilität (OLÉ) lieferte eine Bestandsaufnahme des heimischen Markts, ehe eine Podiumsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern von ÖAMTC, Industriellenverband, Stellantis und Porsche Austria die Lage einordnete. Das Bild, das dabei entstand, ist zwiespältig: Einerseits wächst die Nachfrage – jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug verfügt bereits über einen Ladestecker, der Privatkundenanteil bei Elektro-Neuzulassungen steigt, und die Modellpalette wird breiter und erschwinglicher. Andererseits bleibt die Ladeinfrastruktur, vor allem in städtischen Ballungsräumen, ein ungelöstes Problem. Bidirektionales Laden und transparente Tarife wurden als wesentliche Stellschrauben für eine raschere Marktdurchdringung genannt.
Ein weiteres Thema, das die Runde beschäftigte: die Rolle der Politik. Einhellig forderten die Diskutantinnen und Diskutanten stabile Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit für Unternehmen wie Privatkunden schaffen. Zusätzliche steuerliche Belastungen, so der Tenor, würden das zuletzt gewachsene Vertrauen in die Technologie gefährden. Gleichzeitig wurde die strategische Dimension betont: E-Mobilität als Beitrag zur europäischen Energieunabhängigkeit, zur Sicherung industrieller Wertschöpfung und zur Erreichung der nationalen CO₂-Ziele.
Die Wiener Elektro Tage sind bis einschließlich Sonntag, 31. Mai, täglich geöffnet.

