Neu: Lamborghini Fenomeno Roadster Few-Off

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Die autorevue war eingeladen, den aktuell ungeheuerlichsten Lamborghini an einem geheimen Ort vorab zu besichtigen.

Lamborghini Fenomeno Roadster
5,95 Mio. Euro
Preis
V12-Sauger + 3 E-Motoren
Motor
1080 PS
Leistung
Achtgang-Doppelk.
Getriebe
Allrad
Antrieb
2,4 sec.
0-100 km/h
über 340 km/h
Top-Speed
1772 kg
Gewicht

• Der Lamborghini Fenomeno Roadster erscheint in nur 15 Exemplaren
• Kein bestehendes Roadster-Konzept, sondern weitreichende Neukonstruktion
• Chefdesigner Mitja Borkert betont Präzision und Lamborghini-DNA

Lamborghini Fenomeno Roadster: 1080 PS ohne Dach

In knappen Worten an die Substanz heran: Der Fenomeno Roadster verkörpert die Essenz des Lamborghini Hypercars per se. Fünfzehn Exemplare werden gebaut. Alle sind verkauft zum Stückpreis von 5,95 Millionen Euro. Kunden erhalten dafür den allerstärksten Open-Top, den Lamborghini je für Privatkunden produziert hat: 1080 PS (um 65 PS mehr als beim Revuelto), davon stammen 835 PS aus dem hochmodifizierten 6,5-Liter-V12 (Sauger) des Top-Lambo. Drei Elektromotoren tragen gesteigerte Leistung zu, moderieren den Kraftaufbau in Getriebe und an den Vorderrädern.
0–100 km/h in 2,4 sec, 0–200 km/h in 6,8 sec, Topspeed jenseits der 340 km/h. Aber Achtung auf die Frisur, denn es gibt kein Dach, nicht einmal eine Behelfsplane.

Warum er fast sechs Millionen Euro kostet

Lamborghini-Kenner erinnern sich an das Fenomeno Coupé vom Vorjahr. Es bezeugt nämliche Daten, ist aber per Chassis näher beim Revuelto V12 und kostet nur drei Millionen. Die Entscheidung zur Roadster-Version war kein Roof-weg-Hack, denn der Revuelto bietet keine Roadster-Vorlage, auf die man hätte aufbauen können. Also musste man das Chassis zu großen Teilen neu konstruieren, mit Hilfsrahmen vorne und Hilfsrahmen hinten. Deshalb der deutliche Preissprung. (Dennoch konnte man sechs Coupé-Käufer abziehen und ihnen den Roadster schmackhaft machen. So wurden sechs Plätze beim Coupé frei. Dies nur, um zu illustrieren, wie in solchen Preisklassen Autos verkauft werden.)

Erste Begegnung

Und jetzt der Personal touch: Man führt mich in den Gesellschaftsraum eines Fotostudios nahe Bologna, wo ich sämtliche Geheimhaltungs- und Embargo-Zertifikate unterschreibe und die Kamera abkleben lasse. In einer Ecke, die à la Landhausstil eingerichtet ist, hat man ein kleines, feines Buffet hergerichtet samt Barista. Der rührige Pressemann Enrico Pavesi ist anwesend und gibt seine drolligsten Oldtimer-Anekdoten zum Besten, um mich über die Abwesenheit von Chefdesigner Mitja Borkert hinwegzutrösten. Schließlich fragt er in breitgekautem Italo-Englisch: „David, are you ready to see the car? David, are you REALLY ready to face the show???“ Na ja, warum nicht. Dann geht die Tür auf und ich taumle buchstäblich zurück. Es ist so, wie wenn Klaus Kinski als Nosferatu das unheilvolle Schlosstor mit Spinnenfingern öffnet und dann nicht ungeheuerlich röchelt und tobt, sondern ganz sanft flüstert: „Es ist kalt, junger Mann, kommen Sie herein. Sie müssen müde sein und hungrig“, und das ist tausendmal gräulicher und faszinierender als ein entfesseltes Monster. So hinreißend bös und sicher ruht der Fenomeno Roadster da: geradezu kindlich lackiert in den Primärfarben Blau und Rot und doch so ein ungeheuerliches Ereignis kontrolliert wütender Formgestalt. Das ätzendscharfe Blau, das teuflische Rot. Man kann nicht genug haben von diesen niedergeschmolzenen, wie von Unterdruck angesaugten Formträgern, von dieser Rennbahnen verschlingenden Unterlippe, von dem vom Hexagon heruntergestrippten Y, das allenthalben neu auftaucht wie in einem Vexierbild. Raffiniert auch die speedboatmäßig heruntergezogenen Seitenscheiben, so hat man das noch nicht gesehen. Man hat Angst, um das Heck zu gehen.

Design-Details: Periskop, Rollbar und Miura-Hommage

Hier nun Mattia Sabbadini vom Designteam auf die Frage, ob es am Auto Besonderheiten gibt, die man in der ersten Blendung gar nicht erfasst: „Ein wesentliches Element und als Differenzierung zum Coupé (englisch passender ausgesprochen: „Coup“) ist das Centerperiscope und natürlich der Rollbar samt Cross, das X-förmig über den unverkleideten Motor gelegt ist. Im Heck gibt es den Recall der Countach-Wheelarch und grundsätzlich erkennt der Betrachter die horizontale Teilung Top Shell/Low Shell.“ Mit einem gewissen Bedauern konzediert er, dass der Wagen so nicht in den USA zugelassen werden kann, wohl aber in EU und UK. Und die Idee zur Farbgebung? „Das war Stephan Winkelmanns Choice. Wir haben das Motiv vorgeschlagen als Hommage an den ersten Miura-Few-Off aus den Sechzigern, der außen rot lackiert und innen blau ausgeschlagen war.“

Zusammenfassung

Daten und Ausstattung

Preis

5,95 Mio. Euro.

Chassis

Kohlefaser Compound, Hilfsrahmen v./h., kein Dachaufbau.

Motor, Antrieb

V12 in Mittellage. Trockensumpfschmierung, Hubraum 6498 ccm, 3 E-Motoren. Vorder- und Hinterradantrieb. Achtgang-DKG.

Leistung/Drehmoment

V12: 623 kW/835 PS bei 9250/min. 725 Nm/6750/min. E-Motoren: 180 kW/245 PS, 350 Nm. Systemleistung 795 kW/ 1080 PS. Verbrauch, Emissionen k. A.

Fahrleistungen

Spitze über 340 km/h, 0–100 km/h in 2,4 sec, 0–200 km/h in 6,8 sec, 100–0 km/h nach 30 m.

Dimensionen 

L/B/H 5036/2266/1187 mm. Radstand 2799 mm. Gewicht 1772 kg. Leistungsgewicht 1,6 kg/PS. Reifen 265/30 R21 vorne, 355/25 R22 hinten. Zentralverschluss. Bremsen CCMR 420 x 40 cm.

Ausstattung

HMI, Ausfahrbarer Heckflügel, Diffusor, Carbon-Rennsitze, Carbon-Türverkleidungen.

Dieser Beitrag ist in autorevue 6/2026 erschienen.

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