Sport und Musik: Rund 300 PS und Allradantrieb sind völlig seriöse Angebote für alle, denen ein wenig Unernst und Giftgrün im Leben fehlen.
Überblick
Kia EV3, EV4 und EV5 GT: giftgrüne Akzente und e-ASD-Sportsound
Beim seriöseren EV5 GT hat sich Kia über die giftgrünen Gurte nicht drübergetraut, bei den beiden Kleineren schon. Giftgrüne Bremssättel rundum und ebensolche Ziernähte innen gibt’s aber bei allen GTs, genauso wie das Electric Active Sound Design e-ASD, das auf Knopfdruck (griffgünstig am Lenkrad) akustisch den sportlichen Verbrenner einspielt: Aus elektrischem Summen wird per e-ASD Knurriges wie aus dem Hubkolbenmotor, und es ergreift auch die anderen Sinne. Beim abrupten Beschleunigen gönnt er sich die winzige Pause, die zum Zurückschalten nötig wäre, und der virtuelle Motorklang passt dazu. Auch beim virtuellen Schalten unterwegs durchzieht ein zierlicher Ruck den Wagenkörper. Das Entwicklungsteam wird’s ziemlich spaßig gehabt haben beim Aushecken, und spaßig wird’s auch in den Foren der außenstehenden Besserwisser zugehen.
Leistung, Allradantrieb und Fahrwerk: So fahren sich die Kia GT-Modelle
Was Kia vor knapp vier Jahren mit dem EV6 GT begonnen hat, nämlich das irrwitzige Aufspicen bis in Sportwagen-Dimensionen, wird jetzt bei EV3, EV4 und EV5 mit vollem Eifer, aber milderem Ergebnis weitergeführt.
Milderes Ergebnis heißt: Statt der 585 PS beim EV6 gibt’s hier 292 beim EV3 und EV4 und deren 306 beim EV5 – da reicht der schnelle Alltag zum Ausleben, es haben ja ohnehin sehr wenige von uns eine Rennstrecke daheim. Das Drehmoment: 468 beziehungsweise 480 Newtonmeter, so bleibt auch ausreichend Saft im Glas, wenn die Batterie schon erhitzt ist.
Natürlich löst das Fahren alle Versprechen ein, die von den technischen Daten an den Horizont gestellt werden – satter Überfluss beim Beschleunigen, müheloses Erleichtern der Massen (zwei Tonnen aufwärts), buntes Abfeiern eines beschleunigten Hedonismus. Wieder fällt auf, wie gut Kias nicht nur den Eindruck erwecken, aus einem Guss gefertigt zu sein, sondern auch die Gewissheit.
Der technische Aufwand bei den neuen GTs ist auch danach: zwei Motoren und damit Allradantrieb, frontlastige Kraftverteilung, elektronische Fahrwerksabstimmung mit wählbaren Eskalationsstufen (abermals griffbereit am Lenkrad), insgesamt etwas steiferes Fahrwerk, obendrein gibt’s noch einen GT-Knopf (richtig, am Lenkrad), freilich in Hellgrün. Mit jeder Stufe angewählter Sportlichkeit fühlen sich die Autos tatsächlich giftiger und sprungbereiter an, quer durch die Technik vorgespannt fürs Verblüffen von Insassen und Umgebung. Auch mit der Launch-Control überrascht Kia, denn bei maximal 306 PS und Allradantrieb wird auch kein Gummi in den Asphalt massiert, wenn man ohne Launch-Control ein Ampelduell aufruft. 100 km/h sind übrigens in 5,6 bis 6,2 Sekunden verspeist, der EV4 ist der Schnellste in dieser Disziplin. Könnte ja das entscheidende Auswahlkriterium sein.
Akku, Verbrauch und Reichweite: Was die Kia GT-Modelle leisten
Die Batterie liefert keine Entscheidungshilfe, alle drei haben die gleiche: 81,4 kWh, das zeugt von ernsthaften Ambitionen zur Reichweite, denn die Verbräuche sind angesichts der Performance unauffällig. WLTP verspricht rund 18,1 bis 19,2 kWh pro 100 Kilometer, nach einer realen Testfahrt (allerdings im langsam cruisenden Norwegen) im EV4 GT standen 17,7 kWh Durchschnittsverbrauch am Display. Da wird wohl die Erkenntnis vieler Elektroautos greifen, die besagt: So, wie man fährt, leert sich die Batterie. Wir gehen davon aus, dass man mit fetziger Fahrweise locker die 20 kWh wird überschreiten können, schon im EV3, erst recht im EV5.
Die Reichweiten laut WLTP sind jedenfalls völlig alltagstauglich: Knapp über 500 km bei den beiden kleineren GTs, 476 km beim EV5 GT.
Kia EV5 GT Preis in Österreich und Anhängelast im Überblick
Die 14 PS Mehrleistung des EV5 machen sich auch insofern bemerkbar, als er samt Preisliste Österreich knapp vor den beiden anderen erreicht. Einstand bei 60.990 Euro, exakt 3.500 Euro mehr als das bisherige Allrad-Topmodell. EV3 und EV4 sind nur marginal günstiger, deren GT-Versionen werden wohl knapp unter 60.000 Euro eingepreist.
Falls zum Schluss noch ein paar unverspielte Argumente fehlen: EV3 und EV4 GT dürfen Anhänger mit bis zu 1500 kg ziehen, der EV5 GT schafft sogar 1800 kg Anhängelast, da geht sich also mehr aus als ein heute gerne genommener Radträger. Das verlernen mittlerweile schon erschreckend viele Autos mit Verbrennungsmotoren.
Daten & Ausstattung Kia EV5 GT
Antrieb 2 E-Motoren, Allradantrieb.
EV5 GT € 60.990,–
Motor v.: 155 kW (211 PS), hinten 70 kW (95 PS), gesamt 225 kW (306 PS), 480 Nm, 0–100 km/h in 6,2 sec, Spitze 180 km/h, Normverbrauch 19,2 kWh/100 km, Reichw. 476 km.
Batterie/Laden Kapazität 81,4 kWh, Ladeleistung 150 kW (DC), Ladedauer 10–80 % 30 min.
Dimensionen L/B/H 4610/1875/ 1685 mm, Radstand 2750 mm,
Kofferraum 566 l, Reifen 255/45 R20.
Gewicht ab 2205 kg, Anhängelast 1800 kg.
Ausstattung Rauleder-Sportsitze, Sport-Lederlenkrad, Sportpedale, Harman-Kardon-Sound, Launch Control, elektron. Federungsabstimmung, Active Sound Design, Navi, 360-Grad-Kamera, Spurhalteassistent, Autobahnassistent, Toter-Winkel-Monitor etc.
Diese Neuvorstellung ist in autorevue 10/2026 erschienen.

