
Die EY Automotive Analyse für Juni ist da: Der EU-Neuwagenmarkt wächst weiter. Elektroautos treiben die Nachfrage, chinesische Hersteller gewinnen Marktanteile und die Elektromobilität entwickelt sich regional sehr unterschiedlich.
Überblick
Wachstum durch Elektroautos und Kalendereffekt
Der europäische Neuwagenmarkt hat im Juni 2026 erneut zugelegt. In der Europäischen Union stiegen die Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 14 Prozent. Allerdings wurde das Ergebnis durch zwei zusätzliche Verkaufstage begünstigt, sodass das kalenderbereinigte Wachstum bei rund drei Prozent lag. Im ersten Halbjahr ergibt sich damit ein Plus von sechs Prozent. Dennoch bleibt das Absatzniveau deutlich unter dem Vorkrisenjahr 2019. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der batterieelektrischen Fahrzeuge: Die Neuzulassungen von Elektroautos stiegen im Juni um 61 Prozent, wodurch ihr Marktanteil auf 23,6 Prozent anwuchs. Gleichzeitig gingen die Zulassungen von Benzin- und Dieselfahrzeugen weiter zurück. Auch Plug-in-Hybride verzeichneten steigende Verkaufszahlen und bauten ihren Marktanteil leicht aus.
Chinesische Automarken gewinnen Marktanteile in Europa
Zu den größten Gewinnern der aktuellen Marktentwicklung zählen chinesische Hersteller sowie Tesla. Die chinesischen Marken steigerten ihre Neuzulassungen im Juni um 86 Prozent und erhöhten ihren Marktanteil innerhalb eines Jahres von sechs auf zehn Prozent. Besonders hohe Wachstumsraten erzielten Leapmotor, Chery und BYD. Auch Tesla profitierte von der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig verloren die deutschen Hersteller Marktanteile, obwohl ihre Verkaufszahlen ebenfalls zunahmen. Insgesamt wuchs ihr Absatz jedoch langsamer als der Gesamtmarkt. Branchenbeobachter sehen die zunehmende Präsenz chinesischer Marken als Folge wettbewerbsfähiger Preise, einer breiteren Modellpalette und des kontinuierlichen Ausbaus von Vertriebsstrukturen in Europa.
Elektromobilität in Europa entwickelt sich regional unterschiedlich
Die Verbreitung der Elektromobilität fällt innerhalb Europas weiterhin sehr unterschiedlich aus. Während in Skandinavien batterieelektrische Fahrzeuge inzwischen Marktanteile von deutlich über 60 Prozent erreichen, liegt ihr Anteil in mehreren osteuropäischen Ländern weiterhin unter zehn Prozent. In Österreich entfielen im Juni 26,3 Prozent aller Neuzulassungen auf Elektroautos. Bei den beliebtesten Modellen in Westeuropa behauptete das Tesla Model Y mit großem Abstand die Spitzenposition vor dem Tesla Model 3 und dem Skoda Elroq. Auch Plug-in-Hybride legten europaweit zu und erreichten insbesondere in Schweden und den Niederlanden hohe Marktanteile. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen jedoch in vielen Märkten eng mit staatlichen Förderprogrammen verbunden.

