
In zehn riesigen Hallen auf dem International Exhibition Center neben dem Airport von Peking zeigen ungezählte Hersteller derzeit ihre Vision und Version von Zukunft. Diese soll sich dem Messe-Motto unterordnen: „Zukunft der Intelligenz“. Deren Verortung tatsächlich eher dort als in der Gegenwart zeigt schon der Weg aus dem Zentrum der Stadt zur "Auto China 2026". Stau, soweit das Auge reicht. Als Reaktion darauf kaufen die Chinesen noch mehr Autos. Welche das sein könnten, und was sonst noch so los ist, zeigt der folgende Rundgang.


BYD, größter Autokonzern Chinas und weltweit auf Rang 6, hat als Platzhirsch nicht einen Stand gemietet, sondern gleich eine halbe Halle, darin man mit den Marken BYD, Denza, Yangwang und Fangchengbao nahezu die ganze Breite automobiler Möglichkeiten abdeckt. Manche der gezeigten Autos kommen auch nach Europa bzw. Österreich, wobei sie hier regelmäßig anders heißen als in China.
© Wolfgang Hofbauer

Die klassische und eigentlich verpönte Autosalonkombi Auto-Mädchen ist auf der chinesischen Automesse Standard, aber stets in züchtiger Prägung und somit sympathisch und nett. Hier ein BYD Seal 07 EV.
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Dieses Auto heißt Yuan Plus und wird zu uns kommen als BYD Atto 3, sobald das derzeit gegenständliche Modell ausläuft. Es wird Flash Charging können, ein superschnelles Ladesystem mit bis zu 1.500 kW (Denza) bzw. 1.000 kW (BYD) Ladeleistung, also von 20 bis 80 Prozent in sehr, sehr wenigen Minuten.
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Dieses stolze Groß-SUV ist der BYD Sealion 08, der in Zukunft in Europa den Tang ersetzen könnte.
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Denza Z, designt vom deutschen BYD-Chefdesigner Wolfgang Egger, ist der kommende Supersportwagen der technologieorientierte Premiummarke des Konzerns. Null auf Hundert in weniger als zwei Sekunden, weil freilich elektrisch im Antrieb. Außerdem ein intelligentes magnetorheologisches (elektromagnetisches) Karosserie-Steuerungssystem, um die mehr als 1.000 PS einzufangen. Denza kommt demnächst nach Europa (in die Breite wirken wird eher der Minivan D9 für edle Flughafentransfers etc.). Hier das Cabrio als Concept Car.
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Und noch einmal BYD-Konzern, hier in Form der Marke Fangchengbao, deren Überdrüberautos aber vorerst nicht nach Europa finden werden.
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Smart #2, das Konzept für den kommenden kleinen, also echten, Smart. Wer hier an den Fortwo denkt, denkt richtig. Aber egal, wir würden uns auf einen solchen Smart freuen (und werden das fertige Modell im Herbst am Pariser Salon sehen).
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Letztlich wird kein anderer Ausweg bleiben, als künftig statt der Schilder mit "Hunde verboten" solche mit "Hunde und Hunderoboter verboten" zu installieren.
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Dreame ist ein Elektronik- und Haushaltsroboterhersteller, der jetzt auch ins Hypercar-Geschäft einsteigen will. Im Bild der Nebula, von dessen Leistungsdaten gesagt werden kann: alles voll Maximum. Mit dem Produzieren muss man erst noch anfangen.
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Mercedes zeigt keine Weltpremiere in Peking, weißt aber in ansprechender Weise darauf hin, dass man zur Entwicklung des Automobils das eine oder andere beigetragen hat in 140 Jahren.
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BMW wiederum stellt die einheimischen Besucher vor die schöne Aufgabe, die lange Version des Markennamens zu lernen und über den Unterschied von "bayerische" und "bayrische" nachzudenken.
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Aridge heißt die Flugauto-Sparte der Marke Xpeng. Hier der "Land-Aircraft Carrier", in dessen Heck das Flugzeug bzw. die bemannbare Drohne verständig eingepasst ist.
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Und hier das Fluggerät selbst. In China darf man derlei offenbar schon verwenden. Die Anzahl der fliegenden Autos, die wir in einer Woche gesehen haben, hielt sich aber in Grenzen (genau genommen nämlich keines).
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Ein Autosalon, insbesondere einer von nicht bewältigbaren Ausmaßen, ermüdet schneller, nachhaltiger und aggressiver als zum Beispiel die Teppichsammlung im Museum von Taschkent. Da können Menschen plötzlich im Sitzen schlafen, die das zuvor für unmöglich gehalten haben.
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Früher haben auf Autosalons alle riesige Taschen herumgetragen, da waren die Prospekte drin. Heute tragen nur noch ausgewählte Personen solche Taschen.
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Wenn Information nur in chinesischen Schriftzeichen geboten wird, weiß man oft nicht einmal die Automarke. Das Auto selbst ist aber sehr schön und elegant.
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Nio kann auch Gelände. Dieses Auto ist zum Beispiel ideal im Winter, wenn es mal wieder geschneit hat. Oder so.
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Die Guangzhou Automobile Group Co., Ltd., bekannt als GAC, ist einer der großen Player in China und in staatlicher Hand. Im Bild das Konzept eines elektrischen Pickups, wobei das James-Bond-Ding auf der Ladefläche leider nicht im Preis inbegriffen ist.
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Porsche strapaziert seinen motorsportlichen Hintergrund und zeigt unter anderem das Cayenne Coupé.
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Der Jetour J700 concept mit dem schönen Namen "Elegant Devil". Wer auffallen will, setzt auf sechs Räder (die hat nicht jeder).


Der Volkswagenkonzern ist in China etwas ins Hintertreffen geraten, andererseits hat zuletzt VW BYD als Erster am Platz abgelöst (bezüglich Verkaufszahlen). Aber gut, nicht nur Frankreich, Bhutan und Tonga sind Länder der Gegensätze, auch China ist eines. Auf jeden Fall setzt der Konzern auf das sinnvolle Konzept "In China für China" – also in China gebaut, regelmäßig in Kooperation mit chinesischen Marken. Im Bild von links nach rechts Audi A6L e-tron (in China mögen sie lange Autos lieber als kurze, weil sie leistungsfähiger bei der Erzeugung von Staus sind), AUDI E7X (ein SUV – die Marke als Schwesternmarke von Audi wurde gemeinsam mit SAIC gegründet), Jetta X (Jetta als Submarke von VW zu verstehen), VW ID. Unix 09 (Unix ist eine ausschließlich dem chinesischen Markt vorbehaltene Elektro-Baureihe) und VW ID. Aura T6 (ein E-SUV mit Xpeng-Technik).


VW als neuer Leader zeigt Selbstbewusstsein – mit gleich sechs Damen am Empfang.
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Toyota kann Gelände in Echt deutlich besser ...
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... als im Modell.
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Omoda und Jaecoo haben ja gerade erst in Österreich begonnen, und hier steht schon das nächste Modell, das zu uns kommen wird: Omoda 04, ein PHEV-SUV.


Man erkennt am fehlenden Lenkrad, worauf das hinauswill: Robotaxi. Angeblich in China schon verbreitet unterwegs, in Echt sieht man dann nie eines. Aber wir lesen auch von lückenloser Kameraüberwachung im Straßenverkehr, und dass bei geringsten Vergehen innerhalb von zwei Minuten der Strafzettel automatisch aufs Handy kommt. Nicht sehr passend dazu sahen wir im abendlichen Straßenverkehr zahlreiche Autos, die einfach bei Rot über die Kreuzung gefahren sind, und sowieso geht's dort auf den Straßen zu wie in Kabul. Vorrangreihenfolge von oben nach unten (Auto, Roller, Fahrrad, dann lang nix, dann Fußgänger).
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Die chinesische Küche ist eigentlich hunderte Küchen, je nach Region, und gilt als eine der besten der Welt. Die Gastronomie auf der "Auto China 2026" hat sich erfolgreich bemüht, das darzustellen.
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Präsentation ist alles. Das Auto ist ein SOUEAST S08 DM. Die Marke SOUEAST ist offizieller Partner der nächsten "Dubai Fashion Week", damit Sie das jetzt auch wissen.
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Seit 2014 gibt es die Ford-Marke Lincoln in China. Hier der Navigator. Starkes Teil.
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Und schließlich noch Herr Honor, hier auf der Suche nach seinem Cousin ...
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... welcher heuer am Popcorn-Stand arbeitet.
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