
Aber nur 45 % der Fachleute teilen diese Einschätzung.
Überblick
Vertrauenslücke bei der Verkehrssicherheit wird sichtbar
Eine internationale Studie von Economist Enterprise, die mit Unterstützung von Brembo durchgeführt wurde, zeigt erhebliche Unterschiede zwischen der Wahrnehmung von Verkehrsteilnehmern und der Einschätzung von Fachleuten zur Sicherheit im Straßenverkehr. Für die Untersuchung "Safety in Motion: Driving Trust in Modern Mobility" wurden 5.135 Personen aus der Bevölkerung sowie 1.022 Fachleute aus Fahrzeugindustrie, Technologie, Infrastruktur und Verkehrspolitik in zehn bedeutenden Fahrzeugproduktionsmärkten befragt: Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Südkorea, Großbritannien und den USA. Diese Länder repräsentieren rund 75 Prozent der weltweiten Fahrzeugproduktion. Während 90 Prozent der Befragten angeben, sich im Straßenverkehr sicher zu fühlen, teilen lediglich 45 Prozent der Mobilitätsexperten diese Einschätzung. Vor dem Hintergrund von jährlich 1,2 Millionen Verkehrstoten weltweit sieht die Studie in diesem überhöhten Sicherheitsgefühl ein bislang unterschätztes Hindernis für weitere Fortschritte bei der Verkehrssicherheit.
Fahrerassistenzsysteme und Kommunikation als zentrale Herausforderungen
Die größte Differenz zwischen Sicherheitsgefühl und Experteneinschätzung zeigt sich in Brasilien, China und Indien. Dort fühlen sich jeweils 94 Prozent der Verkehrsteilnehmer sicher, während lediglich 18 Prozent der Fachleute diese Einschätzung teilen. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Verkehrstodesrate dieser drei Länder bei 16,2 Todesfällen je 100.000 Einwohner und damit etwa doppelt so hoch wie im Durchschnitt der untersuchten Märkte. Nach Einschätzung der Experten stehen heute weniger technische Defekte als vielmehr die Interaktion zwischen Mensch und Fahrzeug im Mittelpunkt. Nur 3 Prozent sehen mechanische Defekte als Hauptursache von Unfällen. Dagegen nennen 30 Prozent den unsachgemäßen Gebrauch oder Fehlinterpretationen von Fahrerassistenzsystemen als größtes Sicherheitsrisiko, weitere 24 Prozent verweisen auf fahrzeuginterne Funktionen mit Ablenkungspotenzial. Zudem halten 65 Prozent der Fachleute die Werbung für Fahrerassistenzsysteme für übertrieben, 62 Prozent sehen den Eindruck vermittelt, Fahrer müssten weniger aufmerksam sein, und 60 Prozent bemängeln, dass Vorteile stärker kommuniziert werden als bestehende Einschränkungen.
Hohe Zustimmung zu strengeren Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit
Trotz des ausgeprägten Sicherheitsgefühls sprechen sich 88 Prozent der Befragten für strengere Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit aus. Dazu zählen unter anderem niedrigere Tempolimits und eine konsequentere Durchsetzung bestehender Verkehrsregeln. Gleichzeitig erklären viele Befragte, für sicherere Verkehrssysteme auch höhere Kosten akzeptieren zu wollen. Als größtes Hindernis für weitere Fortschritte nennen 68 Prozent der Mobilitätsexperten die unzureichende Abstimmung zwischen Regulierungsbehörden und Industrie. Darüber hinaus unterscheidet die Studie vier Vertrauensprofile: "Vertrauensoptimisten" (Brasilien, China, Indien), "Vertrauenswächter" (Japan, Südkorea), "Vertrauenspragmatiker" (Frankreich, Deutschland, Italien) sowie "Vertrauensvermittler" (Großbritannien, USA). Grundlage der Untersuchung ist eine zwischen April und Mai 2026 durchgeführte Befragung von insgesamt 6.157 Personen, ergänzt durch eine strukturierte Literaturauswertung und ein Expert Advisory Board.

