13,6 Millionen Parkplätze: Studie schafft erstmals Überblick über Österreichs Parkraum

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In Wien gibt es 0,67 Parkplätze pro Bewohner, in Paris hingegen nur etwas mehr als die Hälfte. Das und viel mehr hat eine österreichweite Parkraumanalyse der TU Graz gemeinsam mit Projektpartnern herausgefunden.

Parkraumanalyse 2026

• Erstmals liegt mit „Parking Space Insight“ eine österreichweit einheitliche Datengrundlage zum Stellplatzbestand und ruhenden Verkehr vor.
• Die Studie erfasst rund 13,6 Millionen Stellplätze, von denen knapp 90 Prozent außerhalb des öffentlichen Straßenraums liegen.
• Die Ergebnisse sollen als Basis für ein dauerhaftes österreichweites Parkraummonitoring sowie für evidenzbasierte Verkehrs-, Raum- und Stadtplanung dienen.

Österreichweite Studie schafft neue Datengrundlage für das Parkraummanagement

Mit der Studie „Parking Space Insight (PSI)“ liegt erstmals eine österreichweite Bestandsaufnahme des Stellplatzangebots vor. Ziel der Untersuchung ist es, eine belastbare Datengrundlage für Mobilitäts-, Verkehrs- und Stadtplanung bereitzustellen. Dafür wurden OpenStreetMap, digitale Landschaftsmodelle, die Graphenintegrations-Plattform GIP sowie Mobilfunk- und Echtzeitnutzungsdaten mithilfe eines neu entwickelten Analyseverfahrens zusammengeführt. Nach Angaben von Michael Cik vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen der TU Graz ersetzt die Studie bislang übliche Schätzungen und unvollständige Datensätze durch eine österreichweit einheitliche Grundlage für die objektive Analyse des Stellplatzangebots. Städte und Gemeinden erhalten damit erstmals die Möglichkeit, vorhandene Stellplätze und tatsächliche Nachfrage systematisch gegenüberzustellen und ihr Parkraummanagement datenbasiert zu planen. Insgesamt wurden rund 13,6 Millionen Stellplätze erfasst. Rund 77 Prozent beziehungsweise 10,5 Millionen entfallen auf offene, ebenerdige Off-Street-Flächenparkplätze, etwa bei Supermärkten, Unternehmen oder Wohnhäusern. Rund 12 Prozent befinden sich in Parkhäusern, Tiefgaragen oder privaten Garagen, lediglich etwa 10 Prozent liegen als On-Street-Stellplätze im öffentlichen Straßenraum. Damit befinden sich knapp 90 Prozent aller Stellplätze in Österreich außerhalb des Straßenraums.

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Stellplatzangebot in ganz Österreich: Je dunkler die Färbung einer Rasterzelle, desto mehr Stellplätze sind in dieser enthalten.

Flächenverbrauch und Stellplatzdichte im Vergleich

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie betrifft den Flächenbedarf des ruhenden Verkehrs. Insgesamt beanspruchen Parkplätze in Österreich mehr als 31.700 Hektar. Das entspricht etwa der zweieinhalbfachen Fläche des Grazer Stadtgebiets beziehungsweise nahezu der Fläche des Neusiedler Sees. Besonders effizient erweisen sich Parkhäuser und Tiefgaragen: Sie stellen rund 12 Prozent der Stellplätze bereit, benötigen dafür jedoch lediglich etwa 2,4 Prozent der gesamten Parkfläche. Demgegenüber entfallen auf ebenerdige Flächenparkplätze zwar 77 Prozent aller Stellplätze, sie beanspruchen jedoch mehr als 91 Prozent der Gesamtfläche. Auch die Stellplatzdichte wurde untersucht. Graz erreicht rund 0,74 Stellplätze je Einwohner, Wien rund 0,67. Zum Vergleich liegen Barcelona bei 0,48 und Paris bei 0,35 Stellplätzen pro Einwohner. Als Ursachen nennt die Studie Unterschiede in der Stadtstruktur, der historischen Entwicklung sowie der Parkraum- und Verkehrspolitik. Während Graz durch eine geringere Bebauungsdichte und einen höheren Anteil an Einfamilien- und Reihenhäusern geprägt ist, verfügen Wien, Paris und Barcelona über deutlich dichtere urbane Strukturen mit geringerem Flächenangebot für Stellplätze.

Studie empfiehlt dauerhaftes Parkraummonitoring für Österreich

Darüber hinaus verweist die Untersuchung auf die Auswirkungen der in österreichischen Bauordnungen und Raumordnungsgesetzen lange verankerten Mindeststellplatzvorgaben, die auch bei guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr häufig zusätzliche Stellplätze erforderten. Erst in den vergangenen Jahren wurden diese Vorgaben in vielen Städten schrittweise gelockert. Gleichzeitig weist die Studie darauf hin, dass internationale Vergleiche aufgrund unterschiedlicher Definitionen der Stellplatzarten, verschiedener Bezugsjahre und abweichender Stadtgrenzen nur eingeschränkt vergleichbar sind. Michael Cik betont, dass insbesondere die nicht gestapelten, ebenerdigen Parkflächen mit rund 29.000 der insgesamt 31.700 Hektar den größten Flächenverbrauch verursachen. Die Autoren empfehlen deshalb, die entwickelte Methodik in ein dauerhaftes österreichweites Parkraummonitoring zu überführen. Bereits ein schrittweise aufgebautes Standardmodell könne eine kontinuierlich aktualisierte und qualitätsgesicherte Datengrundlage für evidenzbasierte Entscheidungen in der Verkehrs-, Raum- und Stadtplanung schaffen. Das Forschungsprojekt „Parking Space Insight (PSI)“ wurde vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen der TU Graz gemeinsam mit der yverkehrsplanung GmbH (Projektleitung), PRISMA solutions EDV-Dienstleistungen GmbH sowie TraffiCon Software GmbH, im Unterauftrag durchgeführt von der Okari GmbH, umgesetzt. Finanziert wurde das Projekt vom Klima- und Energiefonds im Rahmen der Ausschreibung „Digitale Transformation in der Mobilität 2023“, das Programmmanagement übernahm die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

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