autorevue 11 2026

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Der Jaguar Type 01 ist da und wir fragen uns: Wo will denn der hin? Dazu ein Blick hinter die Kulissen der DTM, BMW 7er mit dem krassesten Facelift des Jahres, Dodge Charger jetzt mit V6 und ein gelber Aston Martin Vantage. Und: Kommen jetzt die neuen, leistbaren Klein-E-Autos?

Geneigte Leserschaft,

wenn wir an die Zukunft denken, sollten wir das dekonstruktivistisch tun: Also nicht das, was jetzt ist, als unmittelbare Vorlage nehmen für das, was als nächstes kommt, sondern sich wappnen für die gröbsten Umbrüche (weil sie kommen sowieso) und sie, nun ja: ungerührt hinnehmen. Das war schon immer ratsam, und schon immer schien es
genau jetzt besonders ratsam. Zum Beispiel genau jetzt auch. 

Jaguar und Ferrari haben dekonstruktivistisch gehandelt, und für die Ergebnisse wurden und werden sie erwartungsgemäß ordentlich ausgeschimpft, weil die, die nicht auf diese Art denken wollen, immer alles für zwingendes Gesetz halten, das 450 vor Christus in die Zwölf Tafeln geritzt wurde und gilt immerdar. 

Zum Beispiel, dass Jaguars ungefähr so ausschauen müssen, wie der XJ 6 von 1968. Dabei ist 1968 welthistorisch betrachtet heute Vormittag gewesen. Auch dass Ferraris aus Zwölf- oder Achtzylindern röhren müssen, ist jetzt eine gewisse Zeit so gewesen, aber es gab auch eine Zeit vor Ferrari, eine ziemlich lange sogar, und es wird auch eine nach Ferrari geben, nichts hält ewig. So gesehen ist es völlig egal, wie einer angetrieben wird und wie er aussieht. Übrigens eh nicht schlecht. 

Dass die beiden ausreichend Angriffsflächen bieten, liegt nicht daran, dass sie mit irgendwelchen Grundsätzen brechen, sondern dass es zum Beispiel keine gute Idee ist, beim Design eines Autos überall wen ranzulassen, der sonst eigentlich was ganz anderes designt, Handys zum Beispiel. Also haben wir uns nicht am allgemeinen Bashing beteiligt, sondern zuerst alles dekonstruiert, was wir über Jaguar und Ferrari wussten, und dann geschaut, wie alles ist. Die Ergebnisse sind in dieser Ausgabe zu finden. 

Zuletzt gab es hier einen Kleinwagentest, diesmal besprechen wir (ab Seite 52) die neue Kleinwagenklasse M1E, die von der EU-Kommission geplant ist. Nein, wir werden natürlich nicht zu einem Kleinwagenmagazin. Aber es ist nun einmal so, dass in den vergangenen Jahren die erstaunlichsten, besten, erfreulichsten, unterhaltsamsten Neuerscheinungen keine großen SUVs oder Limousinen waren, sondern eher kleine Produkte. In einer Welt, die zunehmend darauf abgestellt ist, allen mit allem auf die Nerven zu gehen, sind Autos, die wenigstens von ihren Ausmaßen her das Leben erleichtern, eine positive Erscheinung. Die ökologische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit kommt hinzu. Die Kombination schafft hohe Sympathiewerte. 

Solche erreicht auch Herr Krickl aus Brunn am Gebirge, der unter anderem ein österreichisches Flugzeug- und Autowerk aus der historischen Vergessenheit, dann das letzte überlebende Auto dieses Werks vor der Staubwerdung und schließlich ein automobilhistorisches Ereignis davor rettete, nie stattgefunden zu haben. Dass dabei eine französische Nachspeise wiederbelebt wurde mit tiefenbohrender Akribie, würden wir als weiteres Wunder nehmen, wenn es nicht angesichts der Persönlichkeit von Herrn Krickl eigentlich geradezu erwartbar gewesen ist. Zu lesen ab Seite 98.

Wolfgang Hofbauer

Highlight in diesem Heft

  • Report, Die kleinste Fahrzeugklasse: Um den Herstellern (und uns) das Leben zu erleichtern, schafft die EU eine neue, kleinste Fahrzeugklasse. Das ist nicht leicht.  

  • Sport, Inside DTM: Die einst schon abgeschriebene DTM ist quicklebendig – und sie spricht österreichisch. 

  • Klassik, Endlich Monaco: Wie ein Avis aus Brunn am Gebirge mit 100 Jahren Verspätung doch noch das Ziel der Monte passierte.

Alle Autos in diesem Heft: Alfa Romeo Cuorerosso, Alpine A390 GTS, Aston Martin Vantage S, Audi A6 Allroad, BMW 7er, BMW 550e xDrive Touring, Citroën 2CV, Citroën ë-C5 Aircross 210 PS, Dodge Charger, Ferrari Luce, GAC Aion V und Aion UT, Hyundai Tucson, Hyundai Ioniq 3, Hyundai Ioniq 6 N, Jaguar Type 01, Kia K4 Kombi 1,6 T-GDI, Mercedes-Benz GLE, Opel Astra 1,2 Hybrid, Peugeot E-208 GTI, Škoda Octavia Combi TSI mHEV, Toyota Hilux BEV, XPeng L03

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