Planai-Classic 2026

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66 Teilnehmer quälten sich Mitte Jänner im Rahmen der 29. Planai-Classic freudig durch das verschneite Ennstal, darunter neun Vorkriegsautos. Wir haben nachgefragt, ob es denn auch Spaß gemacht hat.

Teilnahme mit Vorkriegsauto bei der Planai-Classic

Jetzt zählt es grundsätzlich nicht zu den entspanntesten Freizeitbeschäftigung, mit einem Oldtimer an einer Classic Rallye teilzunehmen, man kann es aber auch auf die Spitze treiben. Beispielsweise, indem man an der Planai-Classic mit einem Vorkriegsauto teilnimmt. Sunbeam-Supersport-Pilot Kofler erzählt, wie es in einem Auto, Baujahr 1930, bei solchen Bedingungen zugeht: „In der Früh mussten wir das Auto vor dem Start vom Schnee befreien, und bei einem Vorkriegsauto gelangt dieser auch in den Innenraum. Das heißt, man sitzt schon in einem nassen Auto, bevor es überhaupt losgeht. Die Scheiben beschlagen während der Fahrt, wenn es dunkel wird, reicht die Beleuchtung kaum, weil bei stärkeren Lampen die Lichtmaschine streiken würde.“

Wintereinsatz im Oldtimer: Schnee, Spikes und Bremsprobleme

„Es gibt ganz allgemein keine herkömmlichen Winterreifen für diese alten Autos“, so Kofler weiter, „man muss sich mit Ketten beziehungsweise selbst eingedrehten Spikes helfen – allerdings machen diese die Fahrzeuge bei höherem Tempo auf den Zwischenetappen recht anspruchsvoll zu fahren. Es ist zum Teil auch recht schwierig, bei den Bergab-Passagen mit dem Überbremsen der Vorderachse zurechtzukommen, aber technisch hat so weit sonst alles gepasst. Ich hab das Auto schon fast 30 Jahre, es kann für mich gar nicht martialisch genug sein. Aber manchmal frag ich mich schon, warum man sich das antut. Das Publikum freut sich jedenfalls, das Auto zu sehen, der Sunbeam schaut genau so aus, wie man sich ein Auto von damals vorstellt.“

Alfa Giulia siegt bei der Winter-Rallye

In einem geschlossenen Auto der 1970er-Jahre geht es schon deutlich entspannter zu, deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass die Vorkriegsautos im Endklassement nicht im Spitzenfeld lagen: Gewonnen haben Margarita und Magdalena Voglar auf Alfa Giulia Baujahr 1964. Die Geschwister konnten bereits die Ennstal-Classic für sich entscheiden. In der hohen Kunst der Oldtimer-Rallyes geht es um Präzision am Lenkrad, Kommunikation im Cockpit und fehlerloses Beifahren.

Warum Vorkriegsautos auch im Winter überzeugen

Im offenen Vorkriegsauto bekommt die Sache aber eine ganz andere Dimension. Das braucht Überzeugungsarbeit, die Austin-Seven-Pilot Jonas Lach, in der Szene bestens vernetzt, gerne leistet: „Man muss sich zusammenreißen und so ein Event einfach machen. Sechs Lagen obenrum, vier Lagen untenrum, dann geht das schon, es ist wirklich nicht so schlimm und auf jeden Fall wert, das Auto salzig zu machen.“ Die zwei Bentley mit Teams aus Großbritannien waren auf Achse angereist. Auf der Heimfahrt hat es so brutal geschüttet, dass die Autos ohnehin vom Salz befreit waren. „Vorkriegsautos sind einfach gebaut. Da gibt es kaum Hohlräume, wo sich Rost bildet. In der Hinsicht perfekt für den Winter.“

Einen Bericht zur letztjährigen Ennstal-Classic finden Sie hier und hier.

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