Wenn eine Firma einen Defender für einen Kunstsammler gestalten soll und Geld keine Rolle spielt, dann kommt quasi ein Gemälde dabei raus. Aber ein schnelles.
Das Briefing mit dem Auftraggeber soll sehr flink verlaufen sein: Dass er Kunstsammler ist und die Gemälde des holländischen Malers Johannes Vermeer (1632-1675) schätzt, war Helderberg in Arkansas bekannt, viel mehr wollte sich der künftige Besitzer nicht einbringen.
Helderbergs Gründer Paul Potratz solle einfach die Farbgebung innen wie außen und die technischen Details bestimmen, der Auftraggeber würde der Expertise der Firma einfach vertrauen.
Helderberg wollte möglichst viele Teile des Land Rover Defender erhalten, also wurde der Turbodiesel-Motor für erhöhtes Drehmoment und Alltagsaufgaben verfeinert, gebremst wird jetzt mit Sechskolben-Bremssätteln vorne und Vierkolben-Sätteln hinten, das Fahrwerk wurde komplett neu abgestimmt, die Geräuschdämmung ambitioniert aufgepolstert. Klingt alles nach wattebauschiger Ruhe, so ist man eingestimmt auf eine Farbgebung in Stil des holländischen Meisters: Der Land Rover Defender Vermeer ist außen in einem Metallic-Weiß lackiert, das je nach Lichteinfall und -intensität in mehreren Farbnuancen (bläulich im Schatten, warm glimmend bei untergehender Sonne, zum Beispiel) schimmert. Innen regiert feinstes Leder in Rot, der Absteppungen sind viele, die von Hand gravierten Metallakzente erschließen sich erst langsam beim Drinsitzen.
Um so weit zu kommen, hat der auftraggebende Kunstsammler übrigens 403.740 US-Dollar bezahlt, auch alle anderen Helderberg-Restomods sind in ähnlicher Höhe zu entlohnen. Man ahnt, dass Helderberg bestenfalls an der Zehnerstelle seiner Preise abrundet.

