47. Wiener Motorensymposium

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Die Zeit läuft ab (aber langsam): Am Ende seiner Karriere holt der Verbrennungsmotor noch einmal kräftig Schwung. Die Spielarten seiner Verquickung mit dem Elektroantrieb sind vielfältig. 

Verbrennerverbot, Technologieoffenheit und die Suche nach dem richtigen Antrieb

Technologieoffenheit lautet das Schlagwort im Kampf gegen das Verbrennerverbot. Und das Ringen ist mit der jüngst erfolgten Abschwächung noch lange nicht zu Ende. Der allergrößte Teil der 1000 Teilnehmenden und 100 Vortragenden auf dem Wiener Motorensymposium ist der Meinung, dass die neuen Spielregeln der EU immer noch einem De-facto-Verbrennerverbot gleichkämen (z. B. neunzigprozentige statt hundertprozentiger Reduktion des CO2-Ausstoßes ab 2035). Wie immer man diese Stimmung interpretieren mag: Die Hoffnung, weiterhin noch gute Geschäfte mit Verbrennungsmotoren zu machen, ist aufrecht, zumal noch enormer Aufwand in die Entwicklung zum Teil äußerst aufwendiger Hybridkonzepte gesteckt wird. Man könnte auch sagen: Der Verbrenner nimmt noch einmal Anlauf.

Zweifelsohne stellt Europas Fokus auf Elektromobilität, auf das vehemente Zurückdrängen fossiler Antriebsenergien, eine Steilvorlage für die eigene Autoindustrie dar, zumal europäische Autohersteller ja global agieren und die Entwicklung und Produktion von Verbrennungsmotoren alleine schon deshalb nicht plötzlich einstellen können.

Elektroautos, schön und gut, aber der Strom dafür muss auch verlässlich und flächendeckend zur Verfügung stehen, natürlich aus regenerativen Quellen. E-Fuels, schön und gut, aber dafür muss erst eine globale Infrastruktur aufgebaut werden. Wasserstoff, schön und gut, aber nur grüner Wasserstoff ist wirklich sinnvoll, und der Brennstoffzellenantrieb ist empfindlicher und teurer als der rein batterieelektrische Antrieb. Ethanol und andere regenerative Kraftstoffe (HVO), Methanol, Ammoniak: Immer heiß diskutiert, aber umso schwieriger in der Umsetzung.

Während all diese Herausforderungen sukzessive gelöst werden sollten, muss sich das globale Motorisierungsrad aber weiterdrehen. Und die Antworten müssen in alle Bereiche hineinstrahlen, nicht nur bezogen auf den Pkw, auch auf Lkw, Baumaschinen, Landmaschinen, Schifffahrt, überall, wo der klassische Verbrennungsmotor über hundert Jahre dominierte. Deshalb ergibt sich aus dem Inhalt der Vorträge ein sehr differenziertes Bild von der nahen und mittelfristigen Zukunft der Antriebssysteme.

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