Robotaxis: Jetzt geht’s los!

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Mit Verne startet in Zagreb Europas erster Robotaxi-Dienst. Vorerst noch mit Notfallfahrer hinterm Lenkrad. Andere Städte und andere Hersteller werden folgen.

2026 gilt in Sachen Robotaxi als das Jahr des Umbruchs, 2027 als das des Durchbruchs. Robotaxis sind bei uns vor allem dadurch bekannt, dass sie in amerikanischen und chinesischen Städten gerne hilflos herumstehen, weil sie von einem Hündchen am Straßenrand irritiert waren. Die vielen Millionen Kilometer, die bereits problemlos zurückgelegt wurden, sind natürlich seltener in den Medien. Und es gibt Studien, nach denen Robotaxis um 90 Prozent weniger Unfälle verursachen als von Menschen gelenkte Autos. Aber abgesehen davon, dass diese Studien stets maßgeblich von den Betreibern selbst erstellt werden (zuletzt etwa eine von Waymo), weisen sie auch methodische Mängel auf. Wie auch immer, das einzige, was Robotaxis auf jeden Fall zerstören werden, ist der Job des Taxifahrens.

Europa ist bislang noch robotaxifrei gewesen. Genaugenommen bis 8. April 2026: Das kroatische Robotaxi-Start-up Verne beginnt gemeinsam mit Uber und dem chinesischen Unternehmen Pony.ai den ersten europäischen Robotaxi-Fahrdienst. Dabei ist Verne die Eigentümerin der Fahrzeuge, Pony steuert das autonome System bei und Uber sein Fahrtenvermittlungsnetz.

Ab sofort können Kunden ganz real ein Robotaxi bestellen, das allerdings nicht alleine kommt, sondern vorerst noch mit einem geschulten Fahrer für autonome Fahrzeuge an Bord. Die Trinkgeldfrage bleibt weiterhin ein Thema.

Verne strebt natürlich einen raschen Übergang zum vollautonomen Betrieb an, allerdings „vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen“. Es ist also noch nicht alles durchgewunken von den Behörden.

Die sind sowieso immer die Spaßbremsen. Tesla zum Beispiel produziert mittlerweile sein ultra-autonomes Cybercab (ohne Lenkrad und Pedale) und bemüht sich um eine Zulassung in den Niederlanden und damit um einen Fuß in der Tür zu den europäischen Märkten. Uber will noch heuer autonome Taxis in Madrid einsetzen, Waymo testet seine Robotaxis bereits in London.

Und Verne führt schon Gespräche mit 11 Städten in der EU, in Großbritannien und im Nahen Osten und hat weitere 30 Städte im Visier. Allen Bestebungen gemeinsam ist: Es geht immer um kommerzielle Mobilität. Vollautonomes Fahren in allen Biotopen für den Individualverkehr ist noch ein bisl hinterm Horizont.

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