Mercedes-Benz stellt die neue Generation des GLA vor. Das Kompakt-SUV wächst leicht in den Abmessungen, erhält ein vollständig neu gestaltetes Interieur und startet zunächst mit drei batterieelektrischen Varianten. Hybridmodelle mit 48-Volt-Technik sollen Anfang 2027 folgen.
Überblick
Design, Plattform und Antriebe
Was man wohl gleich sieht: Die neue Generation des Mercedes-Benz GLA ist flacher und hat einen längeren Radstand als der Vorgänger, gewachsen um 61 Millimeter auf 2.790 Millimeter. Die breitere Hinterachse und die außenbündig positionierten Räder verändern die Proportionen des Kompakt-SUVs ebenfalls. Das Frontdesign unterscheidet sich künftig je nach Antriebsart: Während die batterieelektrischen Modelle einen geschlossenen Kühlergrill mit optionaler Beleuchtung erhalten (Mercedes ist eine der führenden Bling-Bling-Marken), haben die später folgenden Hybridversionen einen klassischen Kühlergrill mit Plastik-Sternenmuster. Müssen sie ja auch, denn dort hat der Grill noch seine Funktion als Beginn der Kühlkette. Neu gestaltet wurden außerdem Scheinwerfer und Heckleuchten mit einer markenspezifischen Lichtsignatur – ein Stern, was sonst.
Zum Marktstart stehen ausschließlich batterieelektrische Varianten zur Verfügung. Angeboten werden der GLA 200 elektrisch mit 165 kW, der GLA 250+ elektrisch mit 200 kW sowie der GLA 350 4MATIC elektrisch mit 260 kW. Je nach Modell kommen Lithium-Eisenphosphat- oder Nickel-Mangan-Kobalt-Batterien zum Einsatz. Die maximale WLTP-Reichweite gibt Mercedes mit bis zu 657 Kilometern an. Dank einer 800-Volt-Architektur sollen sich unter optimalen Bedingungen innerhalb von zehn Minuten bis zu 270 Kilometer Reichweite nachladen lassen (was aber, wie wir wissen, dehnbarer ist als jeder andere Wert in der Geschichte des Automobils). Die maximale DC-Ladeleistung beträgt bis zu 320 kW, AC-Laden ist mit bis zu 22 kW möglich. Anfang 2027 ergänzt Mercedes-Benz die Baureihe um Hybridmodelle mit neu entwickeltem 1,5-Liter-Turbobenziner, 48-Volt-System und integriertem Elektromotor. Die können im Stadtverkehr zeitweise rein elektrisch fahren und haben Rekuperationsfunktionen in allen acht Gängen.
Innenraum, Digitalisierung und Assistenzsysteme
Mit dem Modellwechsel wächst nicht nur der Radstand, sondern auch das Platzangebot. Fahrer und Beifahrer erhalten etwas mehr Bein- und Kopffreiheit, während die zweite Sitzreihe insbesondere beim Knieraum deutlich zulegt. Das Kofferraumvolumen steigt auf bis zu 410 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank gähnen dem Einladenden bis zu 1.400 Liter entgegen. Die vollelektrischen Varianten haben zusätzlich einen 107 Liter großen Frunk unter der Fronthaube. Je nach Ausführung beträgt die Anhängelast der Allradmodelle bis zu zwei Tonnen.
Das Interieur folgt einem deutlich reduzierteren Gestaltungskonzept, mit anderen Worten: Mehr oder weniger so sieht es jetzt in allen Mercedessen aus. Zentrales Element ist der optional erhältliche MBUX Superscreen, der Instrumentendisplay, Zentralbildschirm und Beifahrerdisplay unter einer gemeinsamen Glasfläche zusammenfasst. Verbessert wurde der Sprachassistent. Dieser greift auf verschiedene KI-Systeme zurück und kann neben Fahrzeugfunktionen auch Informationen zu Navigation, Wetter, Sehenswürdigkeiten oder allgemeinen Wissensfragen liefern. Ergänzt wird das Angebot durch Google Maps als Navigationsbasis, eine erweiterte Routenplanung für Elektrofahrzeuge sowie zahlreiche Online-Dienste und Streaming-Angebote.
Auch bei den Assistenzsystemen wurde die Ausstattung erweitert. Serienmäßig sind mehrere Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren. Optional unterstützt das System unter anderem beim Spurwechsel auf Autobahnen, beim automatisierten Ein- und Ausparken sowie beim Rangieren. Eine 360-Grad-Kamera mit dreidimensionaler Fahrzeugdarstellung und die Funktion "Transparente Motorhaube" hilft auf unzuverlässigen Waldwegen, sollte einen das Navi irrtümlich auf einen solchen gelotst haben (von sowas liest man ja immer wieder in der Zeitung).
Marktstart, Ausstattung und Positionierung
Erstmals kommt der GLA mit vier Ausstattungslinien. Neben der Basisversion stehen die Varianten Progressive Line, AMG Line sowie AMG Line Plus zur Disposition. Ergänzend wird eine Night Edition angeboten. Unterschiede ergeben sich unter anderem bei Rädern, Materialien, Sitzen, Exterieurdetails und Lichttechnik. Allen gemeinsam ist die frag- bzw. unwürdige Lösung für die Fensterheber in der Fahrertür (zwei Tasten plus eine zum Umschalten vorne/hinten für vier Fenster).
Mercedes betont die verbesserte Nachhaltigkeitsbilanz des neuen Modells. Nach Unternehmensangaben sinkt der CO₂-Fußabdruck der vollelektrischen Varianten gegenüber dem bisherigen GLA mit Verbrennungsmotor über die gesamte Wertschöpfungskette um rund 40 Prozent. Dazu tragen unter anderem Batteriezellen mit geringerem CO₂-Ausstoß in der Produktion, Aluminium aus erneuerbaren Energiequellen sowie ein höherer Anteil an Recyclingmaterialien bei. Im Fahrzeug kommen unter anderem recycelte Kunststoffe und Teppiche aus wiederverwertetem Econyl-Garn zum Einsatz.
Das Auto kann schon bestellt werden. In Österreich beginnt die Preisliste mit dem GLA 200 elektrisch bei 47.870 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Der GLA 250+ startet bei 53.510 Euro, während für den GLA 350 4MATIC elektrisch mindestens 56.630 Euro fällig werden. Die Markteinführung der batterieelektrischen Modelle ist für November vorgesehen, die Hybridvarianten folgen Anfang 2027.

