Die Reichen werden uns nicht ausgehen, soviel ist sicher: V8-Saugmotor, manuelles Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb, ein Cockpit ohne Bildschirme und, bevor wir's vergessen, 2,5 Millionen Dollar vor Steuern. Die auf 71 Exemplare begrenzte Serie war bereits vier Stunden nach der öffentlichen Premiere vollständig vergeben.
Überblick
Kleinserie bereits ausverkauft
Hennessey Special Vehicles hat für den neuen Blackbird nach eigenen Angaben sämtliche 71 Produktionsplätze vergeben. Die öffentliche Weltpremiere fand während der Monterey Car Week in Kalifornien statt; vier Stunden nach der Enthüllung waren auch die letzten verfügbaren Exemplare reserviert und angezahlt. Ganz überraschend kam der schnelle Ausverkauf allerdings nicht: Mehr als 60 der 71 Fahrzeuge hatte Hennessey bereits vor der Präsentation auf dem Concours-Event The Quail an bestehende und neue Kunden in verschiedenen Märkten verkauft. Nach der Premiere wuchs laut Hersteller zudem die Warteliste. Der Name Blackbird verweist auf das Aufklärungsflugzeug Lockheed SR-71. Konzeptionell soll das neue Modell einen betont analogen Ansatz verfolgen: Statt Hybridantrieb und digital geprägtem Innenraum setzt Hennessey auf einen frei saugenden V8, ein manuelles Getriebe und mechanische Bedienelemente. Das Cockpit kommt vollständig ohne Bildschirme aus. Im Mittelpunkt stehen laut Hersteller Fahrereinbindung und Langstreckentauglichkeit. Firmengründer und CEO John Hennessey begründet das Konzept mit einer aus seiner Sicht bestehenden Nachfrage nach weniger komplexen, stärker auf das unmittelbare Fahrerlebnis ausgerichteten Hypercars. Oh, wie recht er hat.
6,2-Liter-V8 mit bis zu 625 kW und über 9.000/min
Der Blackbird ist nach Venom GT von 2010 und Venom F5 von 2021 das dritte Hypercar von Hennessey Special Vehicles. Der Einstiegspreis liegt bei 2,5 Millionen US-Dollar vor Steuern. Für den Antrieb entwickelt Hennessey gemeinsam mit Ilmor Engineering einen neuen 6,2-Liter-V8-Saugmotor. Als Zielwert nennt der Hersteller eine Leistung von umgerechnet rund 588 bis 625 kW (800 bis 850 PS) sowie eine maximale Motordrehzahl von mehr als 9.000/min. Die Kraftübertragung übernimmt ein manuelles Sechsganggetriebe mit offener Schaltkulisse, angetrieben werden ausschließlich die Hinterräder. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h ergibt sich aus der Herstellerangabe für 0 auf 60 mph ein Wert von ungefähr 2,6 Sekunden; einen offiziellen 0-100-km/h-Wert nennt Hennessey in der Pressemeldung nicht. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 220 mph entspricht rund 354 km/h. Grundlage des Fahrzeugs ist ein neu entwickeltes Carbon-Monocoque, auch die Karosserie besteht aus Kohlefaser. Das angestrebte Trockengewicht liegt unter 1.360 Kilogramm. Hinzu kommen eine innenliegende Fahrwerksarchitektur mit adaptiver Federung, ABS und Traktionskontrolle. Als Bereifung sind Michelin Pilot Sport Cup 2 vorgesehen; für den Blackbird bietet Hennessey zwei unterschiedliche Raddesigns an.
Bildschirmfreies Cockpit und Stauraum für Reisen
Trotz der Leistungsdaten soll der Blackbird nicht ausschließlich auf maximale Fahrleistungen ausgelegt sein. Hennessey nennt Langstreckenkomfort und nutzbaren Stauraum ausdrücklich als Entwicklungsziele. Im vorderen Kofferraum sollen zwei Handgepäckkoffer in voller Größe Platz finden, zusätzliche Ablagen befinden sich in den hinteren Seitenbereichen und im Innenraum. Das Cockpit verzichtet auf Displays und kombiniert einen großen zentralen Drehzahlmesser mit analogen Bedienelementen; eine Anbindung externer Geräte ist dennoch vorgesehen. Damit unterscheidet sich das Konzept auch vom Venom F5, dessen Modellfamilie Hennessey in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut hat. Der 2020 vorgestellte F5 nutzt einen 6,6-Liter-V8 mit zwei Turboladern. 2025 folgte der Venom F5 Evolution mit umgerechnet rund 1.494 kW (2.031 PS), 2026 das erste Serienexemplar des F5-M mit manuellem Sechsganggetriebe; anschließend wurde die Handschaltung auch für weitere Varianten der F5-Baureihe verfügbar. Mit dem Blackbird überträgt Hennessey diesen manuellen Ansatz nun auf ein eigenständiges Modell mit Saugmotor und stärkerer Ausrichtung auf längere Strecken.

