
Santo Ficili, CEO von Alfa Romeo, blickt optimistisch in die Zukunft. Beim weltweiten Absatz ist die Marke auf Kurs, und im nächsten Jahr kommen neue Modelle auf den Markt. Dabei nutzt das Unternehmen die Synergieeffekte des Stellantis-Konzerns, bleibt sich aber gleichzeitig treu und entwickelt sportliche Autos, die auch in Zukunft die drei Eigenschaften Sportivita, Italianità und Rosso zeigen werden. In Paris zeigt die Marke ein Konzept, das, so Ficili, überraschen wird. Mit Santo Ficili sprach Walther Wuttke von der Autoren-Union Mobilität.
Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung von Alfa Romeo in diesem Jahr?
Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meines Teams. Wir haben die Ergebnisse erreicht, die wir uns vorgenommen haben. Der Junior hat sich zu unserem Bestseller entwickelt und steht für 50 Prozent unserer Zulassungen. Das Modell wird inzwischen auf 45 Märkten angeboten. Wir wachsen zum Beispiel sehr stark in Mexico. Wir blicken aber auch auf die asiatischen Märkte und sind in Japan sowie Taiwan sehr erfolgreich. In diesen Ländern haben wir unseren Absatz verdoppelt. Italien bleibt aber unser wichtigster Markt, gefolgt von Frankreich und Deutschland. Insgesamt haben wir weltweit in den ersten acht Monaten rund 40.000 Fahrzeuge abgesetzt.
Alfa steht bei seinen Fans für klassische sportliche Modelle. Wie lässt sich das erreichen, wenn Antriebe und Plattformen aus dem Stellantis-Regal genommen werden?
Die Marke Alfa Romeo steht auf drei Säulen: Sportivita, Italianità und Rosso. Natürlich sind wir ein Teil von Stellantis, doch das öffnet uns gleichzeitig Synergien bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge. Wenn man Modelle von Peugeot, Fiat, Citroën oder Alfa Romeo vergleicht, ist nicht allein die Plattform entscheidend. Den Unterschied macht die Auslegung des Fahrwerks, der Lenkung, des Antriebs und das Fahrverhalten, und da verfolgen wir das Ziel, für Alfa Romeo Synergien zu finden, die den Unterschied machen, um unsere typischen Eigenschaften zu bewahren. Unser nächstes Modell im SUV-C-Segment wird deshalb nicht nur beim Design, sondern auch beim Interieur und dem Antrieb ein echter Alfa Romeo sein.
In Paris wird Alfa Romeo auf der Mondial de l’Automobile ein Konzept zeigen. Was können wir erwarten?
Das wird eine große Überraschung werden. Es wird ein fantastisches Modell sein, das vom Centro Stile entwickelt wurde. Das Team hatte den Auftrag, dass das Heck des Wagens und die Front auf Anhieb als Alfa Romeo erkannt werden muss.
Wird es ein Hinweis auf ein Serienmodell sein?
Aktuell ist es ein Konzept. Alles Weitere werden wir sehen.
Wie autonom ist Alfa Romeo im Stellantis-Konzern?
Jede Marke im Konzern muss ihre eigene Identität behalten. Natürlich gibt es Berührungspunkte. Wir müssen aber unbedingt eine Überschneidung bei den einzelnen Modellen vermeiden. Alfa Romeo hat neben Maserati eine Sonderstellung im Konzern, und entsprechend entwickeln wir unsere Modelle.
Wird Alfa Romeo die Modellpalette weiter ausbauen, oder wird es bei den vier aktuellen Modellen bleiben?
Ende kommenden Jahres werden wir die Produktion von Tonale, Giulia und Stelvio einstellen. Gleichzeitig werden wir ein neues exklusives Projekt in Klein- bzw. Kleinstserie von Bottegafuoriserie sowie ein neues Modell im C-SUV-Segment auf den Markt bringen. Später wird ein weiteres neues Modell auf den Markt kommen, das ein Nachfolger der Giulietta sein könnte. Die Namen für die neuen Modelle stehen allerdings noch nicht fest. Wir befinden uns noch in der Findungsphase. Darüber hinaus prüfen wir die Möglichkeiten, auch künftig im D-Segment vertreten zu sein – mit neuen Interpretationen der aktuellen Modellpalette aus Giulia und Stelvio.
Wo sehen Sie Alfa Romeo in fünf Jahren?
Wir werden unseren Weg weitergehen. Mir ist es sehr wichtig, die Positionierung der Marke nicht zu verändern. Gleichzeitig werden wir neue Märkte erschließen. Und natürlich werden wir unser Elektroangebot ausbauen. (aum)
