Aston Martin erweitert sein Angebot an limitierten Sondermodellen um den Valen. Der über Q by Aston Martin und die neue Special Vehicle Operations entwickelte Zweisitzer kombiniert einen 850 PS starken V12-Biturbo mit Hinterradantrieb, Carbon-Karosserie und umfangreichen Leichtbaumaßnahmen. Gebaut werden 150 Exemplare, die Auslieferung soll 2027 beginnen.
Überblick
Aston Martin Valen: V12 mit 850 PS und 1.000 Nm
Der Valen ist als Front-Mittelmotor-Supersportwagen mit Hinterradantrieb ausgelegt und basiert auf Aston Martins V12-Plattform. Sein 5,2-Liter-V12-Biturbo leistet 850 PS (625 kW) bei 6.500/min und stellt zwischen 2.500 und 5.000/min maximal 1.000 Nm bereit. Damit bezeichnet Aston Martin den Valen als leistungsstärkstes Serienfahrzeug mit Frontmotor sowie als stärksten Frontmotor-Aston-Martin der 113-jährigen Unternehmensgeschichte. Ein hinten angeordnetes ZF-Achtgang-Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler und elektronischem Sperrdifferenzial überträgt die Kraft. Die Schaltstrategie greift auf Entwicklungen aus dem Vantage GT4 zurück. Für 0 auf 100 km/h nennt Aston Martin 3,1 Sekunden, allerdings ausdrücklich als Zielwert; die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 345 km/h begrenzt. Fünf Fahrmodi stehen zur Wahl: Wet, Sport, Sport+, Track und Individual. Dabei ändern sich unter anderem Antriebs-, Lenkungs- und Fahrwerksabstimmung sowie die Gaspedalkennlinie. Sport und Sport+ arbeiten mit einer kürzeren, Track mit einer progressiveren Kennlinie. Eine Carbon-Kardanwelle gehört ebenfalls zum Antriebsstrang.
Fahrwerk und Leichtbau: bis zu 110 Kilogramm weniger
Gegenüber der V12-Basisplattform soll der Valen je nach Ausstattung bis zu 110 Kilogramm einsparen. Zum Einsatz kommen Carbon, Aluminium, Titan und Magnesium. Ein optionales Leichtbaupaket mit gefrästen Aluminium-Querlenkern und -Achsschenkeln sowie Titan-Fahrwerksschrauben reduziert das Gewicht um weitere 16,9 Kilogramm. Das endgültige DIN-Leergewicht steht noch nicht fest, die Gewichtsverteilung gibt Aston Martin mit 53:47 Prozent an. Serienmäßig sind 21-Zoll-Magnesiumräder mit Pirelli P Zero R in 275/35 ZR21 vorn und 325/30 ZR21 hinten montiert; P Zero Winter 2 in entsprechenden Dimensionen sind ebenfalls vorgesehen. Pirellis Cyber-Reifentechnik übermittelt Reifendaten an ESP, ABS und Traktionskontrolle, ist allerdings nicht in allen Märkten erhältlich. Das Fahrwerk kombiniert Doppelquerlenker vorn, eine Mehrlenkerachse hinten, modellspezifische Federn und semiaktive Bilstein-DTX-Dämpfer. Hinzu kommen ein fest montierter hinterer Hilfsrahmen und eine angepasste Lenk-, ESP- und Bremsabstimmung. Carbon-Keramik-Scheiben messen vorn 410 und hinten 360 Millimeter. Eine Titan-Abgasanlage mit vier 3D-gedruckten Endrohren und Klappensteuerung ersetzt die konventionelle Anlage.
Carbon-Karosserie, neuer Innenraum und 150 Exemplare
Die 4,83 Meter lange, 2,12 Meter breite und 1,29 Meter hohe Karosserie besteht aus Carbonfaser und sitzt auf einer Struktur aus Verbundaluminium; der Radstand beträgt 2,885 Meter. Der Valen ist als 2+0-Sitzer ausgelegt. Zu den eigenständigen Merkmalen gehören schmale, tief eingesetzte Scheinwerfer, ein neu gestalteter Kühlergrill, funktionale seitliche Luftauslässe und Schweller mit Wirbelgeneratoren. Am Heck ersetzt eine durchgehende Klappe die bisherige Kombination aus Heckscheibe und Kofferraumdeckel. Die Lichtleiste übernimmt zugleich die Funktion eines Gurney Flaps. Der Gepäckraum fasst 170 Liter, ein passendes Kofferset ist optional. Sichtcarbon kann ebenso bestellt werden wie individuelle Lackierungen über Q by Aston Martin; das Präsentationsfahrzeug trägt Satin Andromeda Red. Im Innenraum setzt Aston Martin auf eine schlankere, zum Fahrer geneigte Mittelkonsole mit 3D-gedruckten Bauteilen und stärker geneigtem Touchscreen. Zur Wahl stehen Sport-Plus-Sitze oder leichtere Carbon-Performance-Sitze sowie Semi-Anilin-Leder und Alcantara beziehungsweise eine Lederausstattung in mehreren Farb- und Materialkonfigurationen. Der Valen ist auf weltweit 150 Fahrzeuge limitiert. Die ersten Auslieferungen sind für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Verbrauchs- und CO₂-Werte nach WLTP liegen noch nicht vor.

