
Was immer China ist und wie immer es gesehen wird: Es ist das Land, aus dem zunehmend Autos nach Europa kommen, die zunehmend auch gekauft werden.
Überblick
Chinesische Autos in Europa: Wenn Konsum zur politischen Frage wird
Die, wenn man so will, dritte Invasion, nach dem Auftauchen der japanischen Autos auf dem europäischen Markt in den Siebzigern und der koreanischen in den Neunzigern, ist völlig anders als die beiden ersten, nämlich insofern, als jetzt auch die Frage nach der politischen Moral auftaucht. Ist es vertretbar, chinesische Autos zu kaufen? Es geht nicht nur darum, dass China eine üble Diktatur ist, mit politischen Gefangenen, Hinrichtungen, Überwachung und allem, was sonst noch so dazugehört, sogar schlimmer als Trumps Parallel-USA. Es geht auch darum, dass die Weltpolitik jetzt auf das Niveau von Dreijährigen herabgesunken ist, die in der Sandkiste ums Schauferl streiten. Oder, wenn sie eh schon immer auf diesem Niveau war, sie das jetzt erstmals ganz unverhüllt und ohne schöne Worte ist. Und dass wir deswegen den Beginn – oder Wiederbeginn – des Zeitalters der Imperien, die einander feindlich gegenüberstehen und sich an keine Regeln halten, erleben. Eines der Imperien ist China. Ob Europa auch ein Imperium ist oder nur Opfer und Spielball der anderen Imperien, ist noch offen. Selbsteinschätzung und Realität klaffen auf jeden Fall auseinander, zum Glück so, dass die Realität besser ist (nur als Beispiel, das Bruttoinlandprodukt der EU ist ungefähr gleich groß wie das von China). Und die sich jetzt aufdrängende Frage, ob der Kauf eines chinesischen Autos das chinesische Imperium stärkt und Europa schwächt, steht der Frage gegenüber, wie weit man von Konsumenten verlangen kann, ihr Kaufverhalten politisch zu orientieren (ein nicht besonders kleiner Teil dieser Konsumenten hat sowieso ein Faible für Diktaturen). Die Realität zeigt, dass man sich jede Überlegung in dieser Sache eigentlich sparen kann. Der Mensch kauft, was ihm unmittelbar nützt, fertig.
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