EU-Neuwagenmarkt im Jänner – 4 Prozent weniger

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Die aktuelle EY ACEA Analyse ist da: Schwacher Jahresbeginn auf dem EU-Neuwagenmarkt – Elektro-Marktanteil deutlich niedriger als im Dezember.

Überblick

EU-Neuwagenmarkt im Jänner

• EU-Neuwagenmarkt schwach gestartet: Minus vier Prozent im Jänner 2026, Österreich mit plus zwölf Prozent deutlich über EU-Schnitt.
• Elektroautos wachsen dynamisch: +24 Prozent Neuzulassungen in der EU, Marktanteil bei 19,3 Prozent – jedoch unter Dezember-Niveau.
• Prognose 2026: Erwartetes E-Auto-Wachstum von rund 30 Prozent, Marktanteil von knapp 23 Prozent.

EU-Neuwagenmarkt 2026: Rückgang zum Jahresauftakt, Österreich im Plus

Der europäische Neuwagenmarkt ist mit einem Dämpfer ins Jahr gestartet. Nach einem starken Dezember 2025 mit einem Plus von sechs Prozent lagen die Neuzulassungen in der EU im Jänner 2026 um vier Prozent unter dem Vorjahreswert – und damit rund 23 Prozent unter dem Niveau von 2019. Deutlich positiver entwickelte sich hingegen Österreich mit einem Zuwachs von zwölf Prozent und damit klar über EU-Durchschnitt.

Laut EY Österreich (eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen im Land) erwartet Industrieexperte Axel Preiss für 2026 keine nachhaltige Erholung des europäischen Gesamtmarkts. Schwache Konjunkturdaten, politische Unsicherheiten und eine gedämpfte Konsumstimmung führten dazu, dass sowohl Unternehmen als auch Privatkunden Investitionen zurückstellen. Gleichzeitig verschärfe sich die Situation durch rückläufige Verkaufszahlen in zentralen Exportmärkten wie den USA und China. Zusätzlicher Wettbewerbsdruck entstehe durch chinesische Hersteller, die ihre Präsenz in Europa kontinuierlich ausbauen, auch wenn etablierte Marken in Kernmärkten wie Deutschland und Frankreich weiterhin dominieren.

Elektromobilität: Deutlicher Zuwachs bei Neuzulassungen, Marktanteil unter Q4-Niveau

Im Gegensatz zum Gesamtmarkt entwickelte sich das Segment der Elektrofahrzeuge dynamisch. Die Neuzulassungen reiner Elektroautos stiegen im Jänner EU-weit um 24 Prozent, in Österreich um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil erhöhte sich damit in der EU auf 19,3 Prozent, nachdem er im Januar 2025 noch bei 15,0 Prozent gelegen hatte. Im Dezember 2025 war allerdings mit 22,6 Prozent ein noch höherer Wert erreicht worden.

Zu den meistzugelassenen Elektromodellen in Westeuropa zählten der Skoda Elroq sowie der Renault R5. Das Wachstum im E-Segment ist maßgeblich durch staatliche Fördermaßnahmen wie Kaufprämien und steuerliche Anreize getrieben. Gleichzeitig bleiben die Margen für Hersteller bei Elektrofahrzeugen geringer als bei Verbrennern oder Plug-in-Hybriden. Viele Anbieter akzeptieren diese niedrigeren Renditen, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen, Strafzahlungen zu vermeiden und strategisch Marktanteile zu sichern.

Prognose 2026: Elektroautos mit knapp 23 Prozent Marktanteil erwartet

Für das Gesamtjahr 2026 wird in der EU ein Anstieg der Elektro-Neuzulassungen um rund 30 Prozent prognostiziert. Der Marktanteil könnte damit auf knapp 23 Prozent steigen. Impulse werden insbesondere von neuen Förderprogrammen – etwa der Kaufprämie in Deutschland – sowie von einer breiteren Modellpalette erwartet.

Vor allem deutsche Hersteller erweitern ihr Angebot an batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich. Dabei rückt zunehmend das Einstiegssegment in den Fokus, das lange Zeit stark von internationalen Anbietern geprägt war. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die strukturellen Herausforderungen des europäischen Automobilmarkts nachhaltig zu überwinden, wird wesentlich von der konjunkturellen Entwicklung und der weiteren Regulierungspolitik abhängen.

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