
China, Zölle, Wettbewerb, Transformation, schlechte Stimmung: In diesem nicht eben förderlichen Umfeld schaffte die BMW Group in Österreich mit Vertrieb, Financial Services, Motorenproduktion und Entwicklung trotzdem eine veritable Umsatzsteigerung.
Überblick
BMW Group Österreich meldet Rekordergebnis trotz schwieriger Marktlage
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die europäische Automobilindustrie eher anstrengend: volatile Handelspolitik, ein schwächelnder chinesischer Markt und wachsender Wettbewerbsdruck durch neue internationale Marken prägten das Umfeld. Vor diesem Hintergrund verzeichnete die BMW Group in Österreich – mit ihren Bereichen Vertrieb, Financial Services, Motorenproduktion und Entwicklung – einen Umsatzanstieg von über fünf Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt knapp 500 Millionen Euro über dem bisherigen Höchstwert. Zum Ergebnis beigetragen haben sowohl die Vertriebsgesellschaften als auch das Motorenwerk in Steyr: Die BMW Austria GmbH steigerte ihren Umsatz auf 1,17 Milliarden Euro, die BMW Vertriebs GmbH – zuständig für Zentral- und Südosteuropa – erwirtschaftete rund 3,5 Milliarden Euro bei einem Zulassungszuwachs von über zehn Prozent auf rund 95.000 Einheiten. Die BMW Motoren GmbH in Steyr erzielte einen Umsatz von 4,45 Milliarden Euro, was einem leichten Plus von einem Prozent entspricht.


Zum Lachen gibt's derzeit nicht so viel, für BMW dann aber eigentlich doch: Harald Gottsche, Geschäftsführer BMW Motoren GmbH (links) und Alexander Bamberger, Geschäftsführer BMW Austria GmbH.
© WerkFührende Marktposition im Premiumsegment und wachsende Elektromobilität
Im österreichischen Automobilmarkt behauptete die BMW Group im Premiumsegment einen Marktanteil von über einem Drittel. Mit insgesamt 21.072 Zulassungen blieb sie der führende Premiumhersteller im Land; die Marke BMW belegte Platz drei im österreichischen Gesamtmarkt. Besonders der BMW X1 erwies sich mit 5.218 Zulassungen als meistgefragtes Modell der Gruppe. Im Bereich Elektromobilität verzeichnete BMW die meisten Neuzulassungen vollelektrischer Fahrzeuge in Österreich. Seit der IAA-Premiere im September 2025 entfiel jede dritte Bestellung eines vollelektrischen BMW in Europa auf den neuen iX3 – in Österreich sogar zwei von drei. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge, die über BMW Financial Services Austria und Alphabet Austria finanziert oder geleast wurden, überstieg erstmals die Marke von 60 Prozent. Insgesamt wurden über 45 Prozent aller ausgelieferten Neufahrzeuge über konzerneigene Finanzierungsgesellschaften abgewickelt.


BMW hatte 2025 die meisten Zulassungen von Elektroautos in Österreich, seit September fielen zwei Drittel davon auf den brandneuen und ziemlich famosen iX3.
© WerkWerk Steyr als Produktionsstandort der nächsten Antriebsgeneration
Das BMW Motoren GmbH Werk in Steyr ist das weltweit größte Motorenwerk der BMW Group und verfügt über ein eigenes Entwicklungszentrum. Im Jahr 2025 startete dort die Serienproduktion von Elektromotoren für den BMW iX3, das erste Modell der sogenannten „Neuen Klasse". Gleichzeitig wurde die Produktion konventioneller Antriebe leicht ausgebaut – insgesamt liefen knapp über 1,2 Millionen Motoren vom Band, ein Plus von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2026 geht eine zweite Fertigungslinie für Elektromotoren in Betrieb, was die Kapazität deutlich erhöhen soll. Darüber hinaus wird das Werk Steyr ab 2027 mit der Vorserienproduktion eines Wasserstoff-Brennstoffzellensystems beginnen, das die BMW Group für 2028 ankündigt. Das Entwicklungszentrum in Steyr übernimmt dabei die Industrialisierung des Gesamtsystems. Mit einem Umsatz von 4,45 Milliarden Euro war das Werk 2025 für mehr als ein Viertel des gesamten Produktionsvolumens der österreichischen Fahrzeugindustrie verantwortlich, die insgesamt auf 16,6 Milliarden Euro kam.


Das BMW-Motorenwerk in Steyr: 2026 geht hier eine zweite Fertigungslinie für Elektromotoren in Betrieb.
© WerkStabile Beschäftigung und hohe Investitionen stützen regionalen Wirtschaftsstandort
Die BMW Group beschäftigt in Österreich derzeit rund 5.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; inklusive der Belegschaft bei Händlerpartnern sind es über 8.400 Personen. Mehr als 550 Lehrlinge befanden sich 2025 in Ausbildung bei der Unternehmensgruppe und ihren Partnerbetrieben. Im vergangenen Jahr investierte die BMW Group insgesamt über 450 Millionen Euro in Österreich – darunter in den Aufbau der zweiten E-Motorenproduktionslinie in Steyr sowie in die Modernisierung der Niederlassung Wien im 19. Bezirk. Das Einkaufsvolumen bei österreichischen Zulieferern und Partnern betrug rund 1,3 Milliarden Euro bei über 110 Unternehmen. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Sektors spiegelt sich auch in der im Jänner 2026 vorgestellten Industriestrategie der österreichischen Bundesregierung wider, die Mobilitätstechnologie als Schlüsselindustrie definiert. Laut Fachverband der Fahrzeugindustrie der Wirtschaftskammer hängt in Österreich jeder zwölfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von diesem Sektor ab.

