
WM-Leader Toto Wolff im Exklusiv-Interview über den Erfolg seiner Hochrisiko-Aktie Kimi Antonelli, den Kampf Mensch vs. Maschine und warum Hamiltons Abgang für alle Seiten gut war.
So entspannt, wie du wirkst, ist dieser zweiwöchige Shutdown, der das Arbeiten während des Urlaubs verbietet, nicht die allerschlechteste Idee.
Es ist auf jeden Fall eine gute Sache. Wir haben nun einen Kalender mit rund sechs bis acht Rennen mehr als vor zehn Jahren. Ein verpflichtender Urlaub mit einem kompletten Stillstand in der Fabrik ist da eine gute Option, um uns vor uns selbst zu schützen. Es ist ein Nichtangriffspakt. Wir legen die Waffen nieder und die FIA prüft das ganz genau – eben waren sie auch bei uns in Brackley und haben kontrolliert, dass da keiner arbeitet.
Ich hätte am Anfang dieser Einführung nicht gedacht, dass sich alle daran halten.
Ich glaube, seit der Franz Tost, der am liebsten auch am Heiligen Abend gearbeitet hätte, nicht mehr da ist, sind sich alle einig, dass das Sinn macht. Unser Zeitaufwand ist enorm. So sind wir jetzt aber die einzige Industrie der Welt, die sich auf einen kompletten Stillstand geeinigt hat. Das ist zielführend und vorbildhaft.
Ihr seid heuer klar in WM-Führung. Urlaubt es sich besser, wenn man vorne ist, oder ist eher stressig, weil es so in den nächsten Monaten noch um sehr viel geht?
Ich habe jetzt schon so viele Saisonen hinter mir, dass man emotional balancierter ist. Sehr unter Strom ist man im einen wie im anderen Fall. Es ist ein ständiger Entwicklungswettkampf. Du kannst dich nie mit einem Vorsprung zufriedengeben, und wenn du im Rückstand und der Jäger bist, erst recht nicht. Vom Mindset her ist der Druck immer gleich. Session für Session. Ohne durchschnaufen.
a+ das digitale Angebot der autorevue
Jetzt Abo wählen und weiterlesen.
Schon Abonnent:in? Hier einloggen.

