
Die Welt ist nicht genug: In der Hitze der aktuellen Weltpolitik sucht die boomende Formel 1 nun doch wieder Halt im heimatlichen Europa: Traditionsrennstrecken träumen von der Rückkehr. Zugleich werden global Milliarden in Science-Fiction-Pisten verplant. Einblicke in die Standortpolitik des teuersten Sports der Welt.
Formel 1 am Red Bull Ring bis 2041
Österreich ist eine Insel der Seligen – immer noch. Zumindest auf einem Hang im Murtal, der sich zwischen der Kirche von Schönberg und der Eurofighter-Homebase in Zeltweg in die wunderschöne Landschaft bettet. Hier am Red Bull Ring, der eben in einer internationalen Studie zur besten Rennstrecke der Welt gekürt wurde, wird die Formel 1 vertraglich fixiert mindestens bis ins Jahr 2041 fahren. Zum Zeitpunkt der Unterschrift war dies der langfristigste F1-Vertrag aller Zeiten.
Eine fast absurd anmutende Situation der Sicherheit in einer Fünftausend-Seelen-Gemeinde, während sich gleich mehrere Millionenmetropolen aller Kontinente um die aktuell zu wenigen Plätze im Terminkalender zum Teil erfolglos bekämpfen. Ein Verdienst von Hausherr Red Bull, der hier viel Macht hat.
Vor allem, weil er vor sechs Jahren diesen Sport nicht nur gerettet, sondern auch beflügelt hat. Die mutige Entscheidung, in Spielberg mit zwei GP-Rennen die ersten Sport-Welt-events nach dem globalen Lockdown zu veranstalten, war der Beginn eines Booms, der danach von Netflix und Co. massiv verstärkt wurde und bis heute anhält. Keine andere Serie ist so vital aus der Corona-Ära hervorgegangen. So verzeichnen die meisten Rennstrecken selbst heuer, in einer von Traditionalisten massiv kritisierten reformierten Lift-and-Coast-Serie, vielerorts Besucherrekorde.
Und so wollen immer mehr auf den Zug aufspringen – und ein Teil der Tour werden, die jetzt schon mit in der Regel 24 Rennen ziemlich ausgebucht ist.
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